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Das kleine Buch will am Beispiel Casanovas eine bestimmte Möglichkeit menschlichen Daseins in exemplarischer Weise darstellen: den Abenteurer in einer aufklärerischen Zivilisation, den Spieler, den Liebling des Schicksals und der Frauen.
Auf dem theoretischen Boden von Nietzsche, Jünger, Bollnow und Lipps stehend, wird im wesentlichen ein Kommentar zum Memoirenwerk Casanovas gegeben. Er sei ein Abenteurer ohne geschichtsbildende Potenz, ein Sohn des heiteren Überflusses, er erfahre die Produktivität seines Handelns als Frucht der „Intelligenz des Zufalls“. In einer unschöpferischen Gleichförmigkeit des Geschehens fehlt ihm allerdings eine innere Entwicklung. Er ist als Liebling der vergehenden Zeit etwas, ohne etwas zu leisten.
Wenn der Referent die Arbeit recht versteht, so liegt es dem Autor daran, darauf hinzuweisen, daß Freude und mächtige Heiterkeit Urkräfte der geschichtlichen Welt sind. Der Totalitätsanspruch existentialistischer Lebensdeutung, charakterisiert durch die Begriffe „Sorge“ und „Scheitern“, sei unberechtigt.