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Dem Verfasser fiel die Aufgabe zu, am 18. Kongreß der „Psychanalystes de Langues Romanes“ über das Thema Psychoanalyse und Erkenntnis zu berichten. Wenn im Untertitel angedeutet wird, daß es sich zugleich um einen Beitrag zur Epistemologie der Psychoanalyse handelt, so wird dadurch sofort die Schwierigkeit beleuchtet, in der sich der Autor angesichts eines so heiklen Gegenstandes befand. Halten wir gleich eingangs fest, daß Gressots Arbeit ein Muster klarer und übersichtlicher Darstellung ist und in ihrer Vollständigkeit weit über den Bereich allgemeiner Kongreßreferate hinausgeht. Sie könnte mit Fug und Recht als in sich geschlossener Abschnitt einer psychoanalytischen Enzyklopädie gelten.
Während im deutschen Sprachgebrauch „Wissen“, „Kenntnis“ und „Erkenntnis“ getrennte Begriffe sind, faßt die französische Sprache sie im Wort „connaissance“ zusammen. Grehot hält sich bei der Definition an Lalande, d. h. connaissance = cognitio ist derjenige Akt, in dem das Objekt vom Subjekt unterschieden wird und in dem zugleich das Objekt „verstanden“ wird. Diese Definition entspricht weitgehend der deutschen „Erkenntnis“ (siehe z. B. Hoffmeister, Wörterbuch der philosophischen Begriffe), während „Wissen“ für uns vor allem auf einer Vergangenheitsvorstellung beruht. Differenzierungen dieser Art sind für das Verständnis der vorliegenden Abhandlung jedoch von nebensächlicher Bedeutung. Gressot geht es vor allem um zwei Problemkreise: einmal um die Entstehung und psychoanalytische Deutung der „cognitio“, andererseits um den Erkenntniswert der Psychoanalyse an sich. Sein Ziel ist, auf Grund einer historischen Betrachtung und unter Berücksichtigung sorgfältig ausgewählter psychoanalytischer Arbeiten zu einer synthetischen Hypothese der libidinalen Genese der Intelligenzstruktur zu gelangen.
Einleitend betont er die Unmöglichkeit, in breiter Form auf die Theorie des Denkens an sich oder des Realitätsbegriffes einzugehen. Eine weitere Einschränkung nimmt er weiterhin vor, indem er auf „