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In der vorliegenden Arbeit untersuchen die Verfasser die von ihnen in psychiatrischen Krankenhäusern beobachteten Gruppenbildungen, wobei sie vor allem drei Gesichtspunkte herausarbeiten:
die Rangordnung, die einen Einblick in die „Gruppenstruktur“ gewährt;
das Verhalten der Gruppenmitglieder gegen gruppenfremde Personen, was sie „Gruppentendenz“ nennen;
die die Gruppenmitglieder untereinander verbindenden Interessen, d. h. das sogenannte „Gruppenthema“.
In bezug auf die Struktur beschreiben die Autoren drei wohldefinierte Gruppentypen:
Die Koordinationsgruppe. Hier leitet der durch sein Können und Wissen unbestritten den ersten Rang einnehmende Oberpfleger die Gruppe nicht durch Befehle, sondern indem er in geschickter “Weise bei seinen Mitarbeitern (Pflegern und Patienten) eigene Initiative und Verantwortlichkeit weckt. Als Konsequenz ergibt sich, daß alle anderen Gruppenangehörigen ein befehlendes Auftreten vermeiden, vielmehr Rangniederen gegenüber, wenn eine unvermeidliche, unangenehme Maßnahme durchgesetzt werden muß, auf die sachliche Notwendigkeit hinweisen, und, falls eine gemeinsame Diskussion die Maßnahme als nicht unbedingt zwingend erscheinen läßt, auf ihre Durchführung verzichten. — Die Gruppentendenz ist hauptsächlich defensiv, d. h., alle Mitlgieder der Gruppe nehmen gegen störende Einflüsse von außen eine abwehrende Haltung ein, wenn es sich um Dinge handelt, die die Gruppe als Ganzes stören, vor allem etwa ihre Struktur verändern wollen. Dabei ging es dieser Gruppe darum, und damit wird auch das Gruppenthema sichtbar, denjenigen Menschen einen Lebensraum zu schaffen, denen das Leben anderswo, d. h. in einer weniger toleranten Atmosphäre, unmöglich geworden war.
Die Subordinationsgruppe zeigt demgegenüber einen entgegengesetzten Aufbau. Die leitende Oberschwester (das Beispiel stammt im Unterschied zu A aus einer Frauenabteilung) pflegte hier ihre Anordnungen in einer jede Diskussion ausschließenden Weise zu geben. Neu aufgenommene Patientinnen wußte sie