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Es wird katamnestisch über 118 unbehandelte neurotische Kinder berichtet,
die von 1950 bis 1952 in der Erziehungsberatung der Universitäts-Nervenklinik Marburg untersucht wurden. Es wurden vorher organisch geschädigte und schwachsinnige Kinder ausgeschieden. Es handelte sich ausschließlich um Stadtkinder aus Marburg. Da die Arbeit der Erziehungsberatungsstelle im angegebenen Zeitraum räumlichen wie personellen Beschränkungen unterworfen war, gibt die Tatsache einer nicht durchgeführten Behandlung allein keinen An-Anhalt für den Schweregrad der Neurose.
Die Katamnesen wurden im Zeitraum von 1½ bis 4 Jahren von einer erfahrenen Fürsorgerin aufgenommen, welche die Eltern im Hause aufsuchte. Es wurde lediglich gefragt, wie sich die alte Symptomatik weiter entwickelt habe bzw. welche neuen Symptome aufgetreten seien.
In 43 Fällen waren die Symptome völlig behoben, bei 44 Fällen gebessert, während sie bei 31 Fällen unverändert bestanden. Anders zusammengestellt, standen 68 Kinder mit beseitigter bzw. erheblich gebesserter Symptomatik 50 praktisch ungebesserten Kindern gegenüber.
Eine Aufgliederung der einzelnen Symptome, deren statistischer Auswertung der Verfasser von vornherein kritisch gegenübersteht, ergab, daß Erethie und Konzentrationsschwäche die hartnäckigsten Symptome waren, während sich bei fast allen übrigen Symptomen geheilte und ungeheilte Fälle die Waage hielten. Lediglich alle 8 Enuretiker waren praktisch geheilt.
Nur zweimal trat bei unbehandelten Kindern ein Symptomwandel auf, der offensichtlich mit einem Wechsel der Entwicklungsphase zusammenhing. Diese Seltenheit eines Symptomwandels erklärt der Verfasser damit, daß sich derselbe wohl nur bei gröberen Psychopathien hysterischer Stuktur, nicht aber bei einfachen Neurosen einstelle. Diesem Urteil kann aus allgemeiner Erfahrung mit neurotischen Kindern wohl kaum zugestimmt werden.
Auf die Frage der Spontanremissionen kindlicher Neurosen geht der Verfasser in einer weiteren Arbeit ein. In einem den Zeitraum vo