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Die Hilflosigkeit des Neugeborenen, das seine Bedürfnisse im wesentlichen nur durch Schreien kundtun kann, trifft in unserer Kulturepoche auf eine Mutter, welche ihre dem Kinde zugewandten Triebe nur noch rudimentär entwickelt hat. Auf die psychologische Bedeutung der Mutter für den Säugling ist in den Arbeiten von Anna Freud, René Spitz und anderen zur Genüge hingewiesen worden.
Verfasserin hatte bei Heimbetreuungen, insbesondere der Kinderkolonien des Schweizer Hilfswerkes, Gelegenheit, an heimatlosen Kriegskindern über Jahre Erfahrungen bezüglich emotioneller Schädigungen dieser Kinder zu sammeln.
Säuglinge, zum Teil auch noch Kleinkinder, reagieren somatisch wie psychisch total. Jeder Schock, besonders aber die Trennung von der Mutter, kann lebensgefährliche Situationen auslösen, zum mindesten aber bei längerer Trennung zum Stillstand oder Rückgang der Entwicklung führen. Diese Säuglinge zeigen katatone, stereotype Verhaltensweisen und eine drepessive Stimmungslage. Betroffen ist vor allem die Affektivität und der soziale Kontakt. Eine mangelnde pflegerische Versorgung im Heim trägt mit dazu bei: durch häufiges Verlegen auf andere Stationen werden wieder Bindungen zu Pflegepersonen gelöst und lösen erneut Depressionen aus. Gelingt es nicht, die Kinder im Laufe der ersten beiden Lebensjahre in Pflegefamilien unterzubringen, so kommt es schon im Kindergarten- und ersten Schulalter zum Bilde der Pseudodebilität. Vereinsamung, Depression und Angst vor dem unbekannten Schicksal formen die ausdruckslosen Gesichtszüge dieser Kinder. Sie bleiben bei einer allgemeinen körperlichen Retardierung auch im Emotionalen auf der Kleinkindstufe stehen, und ihre Agressionen belasten erschwerend die Heimatmosphäre. Die Schwierigkeiten nehmen im Jugendalter zu, wobei besonders bei den Mädchen der Sexualtrieb als Ausdruck eines vermehrten Liebesbedürfnisses in den Vordergrund tritt. Die mangelnde echte Liebesfähigkeit führt zur Haltlosigkeit. Auch beginnende Freundschaften sind meist n