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Das Kind wendet sich von Beginn seines Lebens an mit all seinen Bedürfnissen an die Mutter. Nach meiner in anderen Zusammenhängen erhärteten Ansicht enthält diese erste Bindung bereits die Grundelemente einer Objektbeziehung. Außerdem liegt dieser Beziehung ein angeborener Faktor zugrunde. Denn die Brust, auf die das Kind all sein Begehren richtet, wird instinktiv nicht nur als Quelle aller Nahrung, sondern des Lebens selbst empfunden. Wenn alles gut geht, stellt die befriedigende Brust in gewissem Ausmaß die verlorene vorgeburtliche Einheit mit der Mutter wieder her. Dies hängt hauptsächlich von der Fähigkeit des Kindes ab, die Brust oder ihren symbolischen Repräsentanten, die Flasche, ausreichend zu besetzen; denn auf diese Weise wird die Mutter zu einem geliebten Objekt gemacht. Es ist gut möglich, daß die Tatsache, daß das Kind im vorgeburtlichen Zustand einen Teil der Mutter bildete, zu dem inneren Gefühl beiträgt, daß ein Objekt existiert, das ihm alles geben wird, was es braucht und begehrt.
In diese früheste Beziehung zur Brust gerät jedoch unweigerlich ein Element der Versagung durch diese Brust, weil selbst eine glückliche Nährsituation, nicht gänzlich die vorgeburtliche Einheit mit der Mutter ersetzen kann. Außerdem kann das Verlangen des Kindes nach einer unerschöpflichen und immer gegenwärtigen Brust — die es nicht nur befriedigen würde, sondern die auch destruktive Impulse und Verfolgungsangst verhindern würde — niemals völlig gestillt werden. Diese unvermeidlichen Enttäuschungen verstärken, gemeinsam mit glücklichen Erlebnissen, den angeborenen Konflikt zwischen Liebe und Haß und den dahinterliegenden zwischen Lebensund Todestrieb und führen zu dem Gefühl, daß es eine gute und eine böse Brust gibt.
Als Folge hiervon ist das frühe emotionelle Leben durch ein Gefühl charakterisiert, daß das gute Objekt immer wieder verloren und wiedergefunden