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Der Begriff „Regression“ wird gegenwärtig in der Medizin, in der Entwicklungspsychologie und in der Psychoanalyse sehr verschieden ausgelegt. Auch innerhalb der Psychoanalyse selbst, in der er gewissermaßen zu Hause ist, verwendet man ihn in mehrfacher Bedeutung. Während Begriffe wie Verdrängung oder Identifizierung immer noch einen relativ präzise abgegrenzten Bedeutungsgehalt haben, genügt es heute nicht mehr, von „Regression“ allgemein zu sprechen. Man darf erwarten, daß jeweils erläutert werde, welche Form von Regression gemeint sei. — Die inhaltliche Amplifikation eines Begriffes enthält nun immer die Gefahr einer Überdehnung bis zu einer verschwimmenden Vieldeutigkeit. Gerade weil der Regressionsbegriff aber weit über die Psychoanalyse hinaus fruchtbare Anwendung gefunden hat, erscheint der Versuch gerechtfertigt, seine ursprünglichen Auslegungen bei Freud zusammenzustellen. Gleichzeitig bietet sich die Aufgabe an, im Falle der „Ichregressionen“ die Klassifikation unter Verwertung neuerer Befunde der Psychopathologie weiterzutreiben. — Dagegen überschreitet es den Rahmen dieses Versuches, eine detaillierte Phänoanalyse der regressiven Prozesse sowie eine gründliche Untersuchung ihrer Ursachen und ihrer Bedeutung innerhalb der Anthropologie darzustellen.
Ursprünglich bezeichnet Freud mit Regression eine Ablaufsrichtung der Funktion im „seelischen Apparat“. Im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Verlauf psychischer Vorgänge vom „Wahrnehmungsende“ zum „Motilitätsende“ — analog dem Reflexmodell — gilt als Regression ein umgekehrter Ablauf, wie er beim Traum zu beobachten ist. Im Traum führt die psychische Erregung nicht „vorwärts“ zur Auslösung von Handlungen, sondern „rückwärts“ über die Erinnerungsspuren bis zur Wiedererweckung der Wahrnehmungen. Traumbilder gelten in dieser Interpretation ebenso wie psychotische Halluzinationen und „Visionen geistesnormaler Personen“ als Regressionsprodukte. Die Regression besteht in der Rückverwandlung von Gedanken in ihr „Rohmateri