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Um zu einem tieferen Verstándnis einer bestimmten Neurose zu gelangen, genügt es nicht, den psychologischen Inhalt des ihr zugrunde liegenden unbewußten Konfliktes zu erkennen, sondern man muß versuchen, móglichst klare Vorstellung ihrer Struktur zu erreichen. Erst die Erfassung der spezifischen Neurosenstruktur, wobei die besondere Beteiligung des Ichs die Hauptrolle spielt, ermóglicht es uns, therapeutisch richtig vorzugehen.
In allen Fällen von Phobie ist das, was Furcht einflößt, stets eine Gefahr aus dem Inneren, die durch unbewußte Konflikte bedingt ist. Jedoch erscheint diese Gefährdung durch Triebe, bzw. durch die damit verknüpften Folgeerscheinungen, in manchen Formen der Phobie auf äußere Objekte oder Situationen projiziert, während bei anderen die Gefahr bewußt als eine innere, psychische empfunden wird. Sie wird allerdings vom Patienten nicht in ihrer tatsächlichen Natur erfaßt.
Nach diesem Unterscheidungsmerkmal kann man die Phobien der ersten Gruppe „Projektionsphobien“ nennen. Bei diesen ist die Wahl des gefürchteten Objektes nicht nur auf spezifische, unbewußte Triebe — oder eigentlich auf die Folgeerscheinungen ihrer Befriedigung — bezogen, sondern das Objekt muß sich auch besonders zur Rationalisierung der Angst eignen. Ein Phobiker zum Beispiel fürchtet Hunde, weil sie beißen können, ein anderer fürchtet sich, im Zuge zu fahren, weil die Gefahr eines Zusammenstoßes besteht, ein dritter fürchtet Blitze, weil sie treffen können usw. In der Projektionsphobie benimmt sich der Patient wie ein Mensch, der sich in übertriebener Weise vor einer tatsächlich möglichen äußeren Gefahr fürchtet.
Bei der zweiten Form von Phobie dagegen ist sich der Patient durchaus bewußt, daß die Gefahr eine innere ist, obgleich sie mitunter an spezifische äußere Bedingungen geknüpft sein kann. Der Patient, der an Höhenschwindel (Akrophobie) leidet, fürchtet sein eigenes Schwindelgefühl, so daß er schwindelerregende Plätze meidet, wie sorgfältig sie auch umzäunt sein mögen. In de