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Die hier vorgelegten Anschauungen basieren auf Beobachtungen im Rahmen der klinischen Gruppentherapie mit Neurosen, Psydiosen und deren Angehörigen, also auch sogenannten Normalpersonen, die wir im Zuge der „bifokalen Gruppentherapie“ betreuen; darüber hinaus auch auf Erfahrungen mit Jugendlichen von 6-15 Jahren im Wiener Therapie-Heim, das mit stationärer psychotherapeutischer Betreuung neurotischer und neurotisch-verwahrloster Jugendlicher befaßt ist. Das ziemlich breite Spektrum dieser Grundlagen läßt annehmen, daß die allgemeinen Vorgänge in all diesen Gruppen nicht spezifischen Anlässen folgen, sondern Grundprinzipien der Gruppendynamik darstellen. Deshalb seien sie zur Diskussion gestellt.
Unser Untersuchungsgegenstand, die Gruppe, ist primär ein psydiologisches Phänomen. Es entsteht, wenn sich einzelne Menschen aus einer unverbundenen Menge gegenüber einem gemeinsamen Ziel in einer Aktion zusammenschließen, z. B. schon dann, wenn eine Gruppe von Zuhörern über eine Ungeschicklichkeit des Vortragenden zu lachen beginnt und sich gemeinsam unter der Vorstellung eines allgemeinen „Man tut so etwas nicht“ gleichzeitig ein wenig deshalb geniert. Es erlischt, wenn die verbindende Dynamik aufhört, gleichgültig ob die Menschen selbst nun auch räumlich auseinandergehen oder beisammenbleiben. Es hinterläßt Spuren, wenn es einmal eine gewisse Zeit wirksam bestanden hat: einen neuen Stil und eine hierarchische Ordnung, die nun auch durch äußere Zeichen (Rangabzeichen) sichtbar gemacht und fixiert wird. Nun ist ein soziologisches Phänomen daraus geworden, eine Gesellschaft mit stabilen Konventionen. Das ist aber nicht mehr Gegenstand unserer Untersuchung.
Dieses psychologische Phänomen „Gruppe“ ist wegen seines dynamischen Charakters und des fluktuierenden Übergehens in andere Zustände schwer zu beobachten und entgleitet auch leicht, sich mit anderem mengend, dem Versuch der Beschreibung. Es drohen vor allem Verwechslungen nach der Richtung der panisch-erregten Masse (Trotter