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Im Jahre 1919 schrieb Freud (3): „Wir haben als unsere ärztliche Aufgabe formuliert, den neurotisch Kranken zur Kenntnis der in ihm bestehenden unbewußten, verdrängten Regungen zu bringen und zu diesem Zweck die Widerstände aufzudecken, die sich in ihm gegen solche Erweiterungen seines Wissens von der eigenen Person sträuben.“
Diese Definition der psychoanalytischen Therapie ist immer noch gültig. Die Fortschritte in der psychoanalytischen Arbeit haben die Stichhaltigkeit der ihr zugrunde liegenden Theorien bewiesen. Soweit sie auf die vorliegende Arbeit Bezug haben, lassen sie sich folgendermaßen zusammenfassen: Seelische Krankheit wird durch unbewußte Konflikte verursacht, die durch den Widerstreit zwischen instinktiven Impulsen und dem, was sich ihnen entgegensetzt, entstehen. Seelische Gesundung hängt von der bewußtmachenden Arbeit an diesen Konflikten ab, und diese Arbeit geschieht durch das Medium der emotionalen Beziehung des Patienten zu seinem Analytiker. Psychoanalytische Therapie richtet sich somit auf das Ich des Patienten.
Freuds Definition der psychoanalytischen Therapie war seinen systematischen Formulierungen vom Wesen und der Funktion des Ich und dessen Zusammenspiel mit den anderen seelischen Instanzen vorangegangen (4); aber in seinen früheren Arbeiten (1, 2) hatte er schon die Grundprinzipien dargestellt, nach denen sich seelische Prozesse vollziehen. Wahrnehmungen und Handlung sind die beiden Pole des seelischen Apparates, Wahrnehmung leitet die seelische Aktivität ein und kontrolliert die physische Aktivität. Zwischen diesen beiden Polen liegt das Gebiet der Aufmerksamkeit, der Bereitschaft zur Wahrnehmung, das der Erinnerung, der Vorrat an vergangenen Wahrnehmungen, der in neuen Wahrnehmungsakten und im bewußten assoziativen Denken benutzt wird, um zu einer korrekten Einschätzung