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Das, was dieses ungemein vielseitige, kenntnisreiche und anregende Buch wie einen roten Faden durchzieht und thematisch zusammenhält, ist der Begriff der Identität, den ich deshalb in den Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen stelle. Das soll aber nicht den Eindruck erwecken, als sei dieses Buch nur aus diesem Grunde lesenswert. Die Versuche einer Weiterentwicklung der Libido- und Aggressionstheorie nach dem Gesichtspunkt der „Zonen, Modi und Modalitäten“ ist sehr bemerkenswert und ich glaube, daß hier ein leistungsfähiger Weg gefunden wurde. Gerade diesen Teil muß ich mir mit gutem Grund zu referieren versagen, weil sich das Überzeugende dieser Auffassung aus der schematischen graphischen Darstellung der Zonen, Phasen und Modi ergibt. Einem kurzen Bericht wäre eine adäquate Wiedergabe kaum möglich. Erikson dehnt den Gesichtspunkt der Phaseneinteilung auf das ganze Menschenleben aus. Auf der positiven Linie folgen einander: Vertrauen, Autonomie, Initiative, Leistung, Identität, Intimität, zeugerische Fähigkeit, Ich-Integrität. Dem steht die Gegensatzreihe gegenüber, die vom Urmißtrauen über Scham und Zweifel, Schuldgefühl, Minderwertigkeitsgefühl, Rollendiffusion, Isolierung, Stagnation zur Verzweiflung führt. Wie man sieht, wird jeweils Thema und Gegenthema als charakteristisch für eine Epoche hervorgehoben. Das Material, worauf Erikson seine theoretischen Überlegungen gründet, entstammt zu einem Teil seinen psychoanalytischen Erfahrungen sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen und wird in zahlreichen Krankheits- und Behandlungsberichten dargestellt. Zum anderen, für die Identitätsproblematik nicht geringeren Teil wird das Material ethnologischer Feldforschung bei zwei Indianerstämmen von tiefenpsychologischen Gesichtspunkten aus verarbeitet. Dazu kommen kultursoziologisch-tiefenpsychologische Skizzen über den amerikanischen Volkscharakter, über Hitlers und Gorkis Jugend.
Ünd nun zur Frage der „Identität“. Den besten Ausgangspunkt gibt die Bemerkung des Verfas