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Dieses kleine Werk beschäftigt sich mit einem Gegenstand, der in der Psychoanalyse nicht neü ist. Melanie Klein behandelt ihr Thema in einer für ihre Arbeit charakteristischen Weise, die zur Stellungnahme herausfordert. Das Buch ist die konsequente Folge ihrer Forschungsarbeit. Neid und Dankbarkeit werden in die frühesten Entwicklungsstadien des Kindes zurück verfolgt. Obwohl Klein, wie andere Analytiker, die Bedeutung des Neides schon lange erkannt hatte, so hat sie hier zum ersten Male den Neid als Ausdruck oraler Aggression des frühesten Entwicklungsstadiums dargestellt. Neid ist das ärgerliche Gefühl, das das Erwünschte, was eine andere Person besitzt und genießt, wegnehmen oder verderben will. Charakteristisch für den Neid ist, daß er sich in der Beziehung zwischen zwei Menschen entwickelt, im Gegensatz zur Eifersucht, die die Anwesenheit einer dritten Person voraussetzt. Die ausschließliche Beziehung zwischen zwei Wesen oder, wie es Melanie Klein allgemein ausdrückt, zwischen zwei Objekten hat als Prototyp die Beziehung des Säuglings zur Brust. In dieser frühen Beziehung finden die Triebe des Säuglings von Anfang an ihr Objekt.
Es ist einer der Grundpfeiler der Theorie von Melanie Klein, daß die beiden Triebe, der Lebens- und der Todestrieb, von Anfang an bestehen. Diese Auffassung stützt sich auf die bekannten Freudschen Konzepte, obwohl Melanie Klein von ihnen in gewissen Punkten abweicht. Sie sieht den Todestrieb nicht als eine biologische Kraft, wie Freud es annahm, sondern als einen rein psychologischen Trieb. Dementsprechend gibt sie dem Ich die Funktion der Abwehr gegen den Todestrieb, den Freud dem Organismus zusprach. Nach ihrer Auffassung besteht ein, wenn auch primitives, Ich vom Beginn des post-natalen Lebens. Die Drohung der Vernichtung von innen, die elementare Todesangst als der Prototyp aller Angst (hier weicht sie ebenfalls von Freud ab) ist der Ausdruck des Todestriebes. Derart sieht sie die elementare Natur des Neides, der demgemäß nicht als