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Das vorliegende Werk stellt einen wichtigen Beitrag zur Verhaltensforschung dar und erschien erstmals 1948 in holländischer Sprache. Derwort stellt in den Vorbemerkungen zur deutschen Ausgabe fest, daß das Buch damit zu den wissenschaftlichen Bestrebungen gehört, „die aus einem Bedürfnis nach Ergänzung der klassischen Wissenschaften — Physiologie und Psychologie — entstanden sind, weil in beiden das Lebewesen in seiner eigentlichen Wirklichkeitestruktur nicht genügend in den Blickpunkt kommt“. Dieser Mangel hat seinen Grund in der Verschiedenartigkeit der Wissensgebiete und damit ihrer Methodik. Versuche, die Erkenntnisse aus beiden Gebieten einfach zu vereinigen, konnten nicht zu einem Verständnis der konkreten Phänomene führen. Es galt vielmehr, Haltung und Bewegung als sinnvolle Verrichtungen, als Aktion und Reaktion, als Tat, Stellungnahme und Leistung, als Realisierung eines vitalen Bezuges mittels eigenständiger Methodik zu beschreiben und damit „die Einführung des Subjekts in die Physiologie“ (v. Weizsäcker) zu verwirklichen. Der Ansatz des Verfassers ist im Unterschied zu anderen Verhaltensforschern ein vorwiegend phänomenologischer. Hierdurch wird eine philosophische Anthropologie zwar nicht zum eigentlichen Thema des Buches, „aber die Interpretation der Forschungsergebnisse hält sich gleichsam nach dorthin offen und vermag so eine tragfähige empirische Grundlage für umfassendere Fragen abzugeben“.
In den ersten 80 Seiten werden die Prinzipien einer funktionellen Bewegungslehre abgehandelt. Die Gliederung dieses Abschnitts bringt für den vorwiegend naturwissenschaftlich Geschulten wie für den Psychologen eine Fülle methodischer Klärungen. Durch Präzision in der Aussage werden die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Wissenschaftszweige und ihres Verhältnisses zueinander abgegrenzt. Bewegungen werden als Funktionen bzw. Verhaltensweisen aufgefaßt und sind durch den angestrebten Endzustand bestimmt, d. h. durch das Zukünftige. Die Beobachtung und Untersuchung