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Die Verfasser berichten über einen ersten umfassenden Versuch, daß nichtdirective psychotherapeutische Verfahren von Rogers und Axline an deutschen Kindern zu erproben.
Ausgehend von der These, daß jedes Individuum in sich die Fähigkeit besitze, eigene Störungen befriedigend zu lösen, wenn man es reifen und wachsen lasse, haben Rogers und Axline ein psychotherapeutisches Verfahren entwickelt, das vom Therapeuten eine passive Haltung im weitesten Sinne fordert.
In seinen Grundsätzen führt Axline aus: Der Therapeut soll zum Kind eine freundliche Beziehung herstellen und es immer annehmen, so wie es ist. Das Kind soll seine Gefühle frei ausdrücken können, die ihm der Therapeut in einer Einsicht-vermittelnden Weise reflektiert. Der Therapeut gibt dem Kind die Möglichkeit zu selbstverantwortlichen Entscheidungen, seine eigenen Probleme zu lösen, ohne es selber zu lenken oder in der Therapie voranzutreiben. Lediglich dann werden dem Kinde Grenzen gesetzt, wenn es notwendig an die Welt der Realität, in der es lebt, erinnert werden muß.
In diesem Sinne arbeiteten die Verfasser über mehrere Jahre mit Kindern, die sie einmal wöchentlich in Gruppen zusammenfaßten. Die Behandlungsstunden dienten gleichzeitig der Ausbildung von Psychologen, wobei Tonbandaufnahmen die Grundlagen für Diskussionen über die Verhaltensweise der jeweiligen Gruppenleiter gaben. Die Gruppe umfaßte Kinder mit allgemeinen neurotischen Verhaltensstörungen und solche, die infolge körperlicher Mängel entwicklungsgehemmt waren, aber keine Psychopathen, Schwachsinnigen und organisch Hirngeschädigten.
Die Selbstkontrolle mittels Tonband zeigte manchem Versuchsleiter überraschend seine eigenen Fehlhaltungen gegenüber den Kindern, im Sinne einer unkontrollierten Aktivität.
Es bleibt bei diesem System äußerster Zurückhaltung in der Therapie die Frage offen, ob damit auch schwere kindliche Neurosen angesprochen werden. Besteht nicht die Gefahr, daß die von Rogers und Axline postulierte Fähigkeit des Kindes, Störungen im