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In einer früheren Arbeit des Autors wird das Charakteristische des psychischen Wandlungsprozesses während der Heilung einer Lungentuberkulose darin
gesehen, daß der bis dahin an eine frustrierende Mutter-Imago fixierte Sadismus des Patienten abgelöst und zu sinnvoller Aktivität in der äußeren Welt sublimiert wird. Die Voraussetzung für eine derartige „Neugeburt“ liegt in der Regression des in seiner Pflegebedürftigkeit völlig abhängigen, jeder Verantwortung enthobenen Patienten zu frühkindlichen Verhaltens- und Erlebnisweisen. In günstigen Fällen gestattet das Erleben des Gehegt- und Geschützt-werdens eine Lösung des Ambivalenzkonfliktes, an welchem — nach Ansicht des Autors — jeder an Lungentuberkulose Erkrankte leidet.
Bei ungünstigem Krankheitsverlauf gelingt die Ablösung des durch Frustration hervorgerufenen, auf die Mutter projizierten Sadismus nicht. Es kommt im Gegenteil zu einem vertieften Ambivalenzkonflikt zwischen der Sehnsucht nach dem bergenden Mutterschoß und der Angst vor der verschlingenden Mutter, aus dem sich der Patient durch Flucht vor der bösen und Vereinigung mit der guten Mutter mit Hilfe einer Art seelischen Selbstkastration zu retten versucht.
Anhand von Gedichten eines jugendlichenPhthisikers und psychoanalytischen sowie testpsychologischen Erfahrungen mit Lungentuberkulösen analysiert der Autor diesen inneren Selbstmord, dessen Ziel in der Vereinigung mit der idealisierten Mutter in einer überirdischen Welt liegt.
Das Gegenstück zu dieser reinen, engelhaften Phantasie-Mutter, die zwar unendlich entgegenkommend, aber kalt wie das Grab ist, steht die meist tiefverdrängte, satanische Mutter-Imago. Sie ist der Ausdruck des nach außen projizierten Sadismus des Patienten und erscheint in den Phantasien u. a. als kastrierende Hexe oder teufliche, hypersexuelle Verführerin, deren Liebe vernichtend ist.
Die früh erlebte mütterliche Frustrierung verunmöglichte die Überwindung des ödipalen Konflikts und den Verzicht auf die Mutter-Geliebte. Daher kann