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Nach Dunbar findet sich bei Asthmatikern eine anal- und oralsadistische Sexualisierung der Atemfunktion. Die Analyse von 6 Asthmakranken konnte
diese Theorie bestätigen. Die Autoren fanden als gemeinsame Ausgangslage bei sämtlichen Patienten eine aggressive Familienatmosphäre, in welcher besonders die Mutter eine dominierende Stellung einnahm und das Kind für seine „schmutzigen“ Ausscheidungen schuldig sprach. Die Angst vor der Mutter resp. dem analsadistischen Über-Ich führt zur Unterdrückung der „bösen“ Exkretionen und zur Verdrängung der aggressiven Ausscheidungsphantasien, in denen auch anale, uretale und genitale Impulse ihren Ausdruck finden. Die Stimulation der exkretorischen Schleimhäute durch derartige Phantasien sensibilisieren auch die Bronchial-Schleimhaut wie ja auch deren physikalische Reizung die Atmung stimuliert. Solange der Asthmatiker im Kampf ums „Gutsein“, d. h. in der Unterdrückung seiner anal- und genitalsadistischen Phantasien erfolgreich ist, erlebt er seine Eltern als „gutriechend“ und empfindet sie als liebevolle Beschützer seines Lebens. Gelingt ihm aber die Verdrängung der Aggressionen nicht mehr, fühlt er sich von strafenden Eltern-Imagines verfolgt, die nun ihrerseits seinen Respirationstrakt als Repräsentant der mit Schuldgefühlen besetzten anderen Ausscheidungsörgane mit einer aggressiven Attacke bedrohen. Damit werden in seiner Phantasie die bis dahin als gut empfundenen Personen zu Verfolgern, auf die er auf der physiologischen Ebene so reagiert, als atme er giftige Substanzen ein. Die Erfahrung zeigt, daß bei Asthmakranken durch Aggressionen aus der Umgebung das Leiden verstärkt resp. ein Anfall hervorgerufen werden kann. Aus diesem Grunde besteht die Therapie des asthmatischen Anfalles nicht nur in einer Mobilisierung und Interpretation der latenten Aggression beim Patienten, sondern auch darin, daß der Patient den Therapeuten als gut, beschützend und lebenserhaltend erfahren kann. Vor allem in den ersten Phasen der Behandlung