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Wenn ich im folgenden über einen analytisch behandelten Fall von Schizophrenie berichte, so geschieht dies nicht etwa in der Absicht, das geschilderte Vorgehen als „die“ Therapie der Schizophrenie hinzustellen oder um weitreichende theoretische Schlußfolgerungen daraus zu ziehen, sondern um unsere noch bescheidenen Erfahrungen auf diesem Gebiet um einen Fall zu vermehren in der Hoffnung, daß aus der Kenntnis von Einzelfällen mit der Zeit Erkenntnis der Krankheit und ihrer Behandlungsmöglichkeiten werden könne. Um den oft gehörten Einwand vorwegzunehmen, erwähne ich, daß die Diagnose Schizophrenie schon Jahre vor dem Analysebeginn von mehreren Psychiatern gestellt worden war, und zwar war durchgehend von Hebephrenie die Rede.
Unsere 1915 geborene Patientin ist die jüngste von drei recht ungleichen Schwestern, ohne Bruder. Eine Cousine litt an Schizophrenie und endete durch Suizid. Patientin selbst stammt aus einfachen, geordneten, halbländlichen Verhältnissen in einem schweizerischen Bezirksstädtchen fern von Zürich, wo die Familie eine Molkerei betrieb. Die jetzt verstorbene Mutter führte mit starker Hand die Regie im Haus. Sie war allen Aussagen nach eine emsige, entschlossene Geschäftsfrau, welche ihre Familie wohl mit allem materiell Notwendigen versah, dieser es aber an Gefühlswärme mangeln ließ. Der noch lebende Vater kam nicht gegen die Gattin auf, war dafür manchmal verbissen und verstimmt und ließ sie die Vorrangstellung durch kleine Racheakte entgelten. Über die Grenzen ihres Städtchens sind die Eltern zeitlebens weder körperlich noch geistig weit hinausgekommen. Liebe fehlte weitgehend in dem Hause. Dieser Mangel und eine ausgezeichnete Intelligenz trieben die älteste Tochter fort in die weite Welt, wo sie verantwortungsvolle Posten in mehreren Ländern bekleidet