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Auf Vorschlag von C. G. Jung hat Erich Neumann den Text zu den von Frau Fröbe-Kapteyn im Eranos-Bildarchiv, Ascona, gesammelten Bildwerken geschrieben, soweit sie das Thema „die Große Mutter“ betreffen. Man darf bei solchen Publikationen der Jung-Schule keine Kasuistik aus dem Bereich der individuellen Psychologie erwarten; vielmehr findet man hier die „kollektiv-seelische“ Kasuistik, wie sie nach Ansicht der Verteidiger der komplexen Psychologie in den Mythen und Symbolen der frühen Menschheit vorliegt.
Es soll nun nicht der Versuch unternommen werden, den Wert der Neumann schen Ausführungen für die Praxis zu untersuchen, auch wenn uns zu Beginn des Buches Sätze wie die folgenden begegnen:
„Die Strukturanalyse eines Archetyps durchzuführen … ist ein Unternehmen, das zu den zentralen Aufgaben der analytischen Psychologie gehört“ (Seite 15).
Und: „Die Beschäftigung mit der archaischen Welt der Archetypen bildet … die Grundlage für jede Psychotherapie“ (Seite 16).
Das hieße also, daß die Archetypenlehre Heilerfolge verspricht. — Man weiß aber andererseits, daß, wie es die Erfolge der verschiedensten psychotherapeutischen Richtungen zeigen, ein psychotherapeutischer Erfolg keineswegs beweisend für die betreffende Theoriebildung ist. Es ließe sich von anderer psychotherapeutischer Seite gegen die Neumann schen Ausführungen einwerfen, daß eine hypo-stasierte Archetypologie dieser Art für die individuelle psychologische Arbeit nicht relevant ist. Zwar mag es für den Psychotherapeuten wichtig sein, den archetypischen Bilderfundus zu kennen, damit aktuelle bruchstückhafte Motive, die auftauchen, den bekannten „urbildhaften“ Schemata eingeordnet werden können — die Methode der Therapie hängt davon aber nicht entscheidend ab.
Aber wie gesagt, soll diese Frage des therapeutischen Erfolgs und der therapeutischen Relevanz der Archetypenlehre uns hier nicht beschäftigen — was uns interessiert, ist die Frage, wie sich die religionssymbolischen und mythologischen Explorationen der kompl