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Theorie. Ein Teil der Neurosen seien keine Neurosen, sondern somatogene („basedowoide“, „addisonoide“, tetanoide“) „Pseudoneurosen“. Damit sei nicht gesagt, daß man die Vorsilbe „Pseudo“ — auch aussprechen müsse — „wir können sie ohne weiteres auch aus-lassen“. Bei diesen somatogenen Pseudoneurosen handle es sich um Auswirkungen somatischer Ursachen (Seite 1, 59).
„Reaktive Neurosen“ seien in einem weiteren Sinne psychogen. Auf die psychischen Auswirkungen (somatischer Ursachen) komme es zu psychischen Rückwirkungen, zu neurotischen Reaktionen, die als reaktive Neurosen bezeichnet würden. Bestimmte neurotische Reaktionen bildeten typische neurotische Reaktionsmuster. „Der gemeinsame Nenner dieser Reaktionsmuster jedoch ist die Erwartungsangst“. Dem „unvoreingenommenen Kliniker“ sei bekannt, daß die Erwartungsangst „nicht selten das eigentliche Pathogene“ innerhalb der Neurosenätiologie sei (Seite 59).
Der „Mechanismus der Erwartungsangst“: das Symptom erzeuge eine „entsprechende Phobie“, die das Symptom verstärke, was wiederum den Patienten nur noch mehr in seiner Befürchtung einer Wiederkehr des Symptoms bestärke. Es handle sich um ein „Zirkelgeschehen“ (Seite 59, 60).
Das „angstneurotische Reaktionsmuster“: „Letztlich und eigentlich“ sei es aber doch nicht die Angst selbst, vor der sich die Patienten fürchteten. Hinter der Angst vor der Angst stehe „je nachdem eine Kollapsphobie — eine Infarkt-phobie — oder eine Insultphobie“. Diese gäben dem Patienten Grund zur Angst vor der Angst. Die Folge sei, daß sie sich „auf die Flucht vor der Angst“ begäben. Soferne der Angst vor der Angst die drei genannten Phobien „zugrunde“ lägen, sei sie eine sekundäre Angst. Sie beziehe sich auf eine primäre Angst, diese habe jedoch „keinen Grund, sondern eine Ursache“. Ursache seien „nicht selten eine Hyperthyreose“ bzw., allgemeiner gesagt, die „neuropathischen Grundlagen der Neurosen“ (Seite 61, 62, 63). In analoger Weise wird eine „reaktive Neurose“ von der „addiso-noiden Pseudoneuro