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Das Prinzip dieser speziellen, weitgehend vom Verfasser entwickelten Gruppentherapie besteht in der gemeinsamen Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen unter der Leitung eines Therapeuten, ohne daß dieser wesentlich zu dem sonst in der Psychotherapie üblichen Deuten greift.
Die Therapiegruppe selbst besteht aus einer geringen Anzahl von Personen, ungefähr gleichen Alters und gleichen Geschlechts. Es handelt sich dabei vor allem um durch Mangel an erfahrener Liebe und Verständnis antisozial Gewordener. Sie waren durch ihre unglücklichen frühesten Lebenserfahrungen feindselig-destruktiv oder übermäßig verschüchtert und vereinsamt geworden.
Die Zusammenstellung der einzelnen Gruppen erfordert ein genaues Studium der Einzelfälle, sie müssen also ungefähr gleichaltrig sein. Dem intellektuellen Niveau ist weniger Rechnung zu tragen, sie dürfen aber z. B. nicht alle übermäßig aggressiv sein. Ebenso ist es unmöglich, daß alle Mitglieder unsicher und zurückgezogen sind, weil es dann an Gruppendynamismus fehlt und sich eine arbeitsfähige Gemeinschaft, vor allem im therapeutischen Sinne, nur schwer bilden würde. Die vorhergehende Anamnese und Diagnose, von einem Sozialfürsorger und Psychiater vorgenommen, ist auch in der Hinsicht ausschlaggebend, als es vermieden werden muß, den Jugendlichen einem psychologischen Milieu zuzuführen, das seinem familiären zu sehr entspricht.
Die Behandlung als solche erfolgt in einer vollständig verbotfreien Atmosphäre. Die destruktiven Instinkte können sich an Möbeln, Werkzeugen oder sogar den anderen Gruppenmitgliedern austoben und erproben, ohne irgendeinen hemmenden oder verbietenden Einwand von seiten des Therapeuten zu provozieren. Durch diese Haltung soll sich, vermittels positiver Identifizierung, ein neues Über-Ich aufbauen. Man wird dabei unwillkürlich an Aichhorn denken, der wohl als erster ein solches aggressives Verhalten bei seinen Asozialen unwidersprochen gestattet hat — und dessen therapeutische Wirkung theoretisch erklärte.
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