You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Verfasser ist davon überzeugt, daß es keine der Psychoanalyse an Wirksamkeit überlegene Methode gibt. Da die Psychose aber, im Unterschied zu den „von der psychoanalytischen Lehre geltend gemachten Faktoren“ — beispielsweise dem Traum oder dem infantilen Sexualtrauma —“ eine „über jede Fragestellung erhabene Realität“ sei (Seite 85), so wäre sie „kein Faktor, der sich unvorbereitet talis qualis als Realität mit dem Kranken durcherleben ließe“ (ebenda). Und deshalb heißt es wörtlich: „Ein belangvoller Teil der Erlebnisgestaltung (Hervorhebung v. Ref.) liegt vielmehr in der Adjustierung der Psychose mit dem Zweck, sie psychoanalytischer Behandlung zugänglich zu machen.“
Unter dieser Erlebnisgestaltung versteht der Verfasser — in Anlehnung an die von E. Straus eingeführte Differenzierung — „aus dem Rückblick durch Nacherleben bzw. durch Aktualisierung unter anderem Aspekt ein Geschehnis in den Rang eines Erlebnisses“ zu heben (Seite 31). Das Ereignis der Psychose, das sich am „Rand des Erlebens vollzog bzw. an den Rand gedrängt worden ist“, soll in das „Erlebniszentrum gestellt“ werden (ebenda). Praktisch geht der Autor dabei so vor, daß er in der Phase der ausklingenden Psychose, in der er, noch vor der von J. N. Rosen beschriebenen neoneurotischen, eine neodepressive Periode glaubt unterscheiden zu können (Seite 36), mit dem Patienten Themenkreise gemeinsam bespricht, die er in zehn Grundfragen einteilt. Hierbei geht es im einzelnen um die Erhellung des Wie, des Was, des Warum, des Sinnes, des Einbaus der Vergangenheit in die neue Zukunft, der Möglichkeiten des Rück-falls und dessen Vermeidung, sowie um die verbliebenen Restprobleme und die gegenwärtige Situation. Das Gerüst der Fragen soll dem Therapeuten helfen, „das Unfaßliche an der Psychose für sich selber zu fassen“ — wobei es dann aber (nicht gerade in logischer Fortführung, dafür aber sachlich zutreffend, Ref.) heißt, „denn die Gesamtheit der Psychose entzieht sich ohnehin stets der Erfaßbarkeit“ (Seite 5