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Über die Psychologie des Kindes und des Schülers ist schon sehr viel gesprochen und geschrieben worden, wienig hingegen über den Lehrer und seine psychischen Probleme. Zu ihrer Darstellung möchte die vorliegende Untersuchung einen Beitrag leisten. Sie bezieht sich vor allem auf die Verhältnisse der vierten bis sechsten Volksschulklasse.
Welche Grundsituationen bringt der Volksschullehrerberuf mit sich, welche Grundhaltungen fordert er von dem, der ihn ausübt? — Um zu einer Antwort auf diese Frage zu gelangen, werden im folgenden Abschnitt eine Reihe von Beispielen zusammengestellt, die charakteristisch sind für die psychischen Erlebnisfaktoren bei der Arbeit des Volksschullehrers.
Die Schüler — ungefähr vierzig an der Zahl — sitzen still über schriftlichen Aufgaben, Rechnungen oder Sprachübungen. Der Lehrer überwacht die Arbeit. Ein Schüler kichert. Der Lehrer erteilt ihm einen Verweis. Ein anderer flüstert seinem Nachbar etwas zu. Auch er wird zur Ruhe ermahnt. Die Arbeit geht weiter. Einer beginnt an seinem Federhalter zu kauen und blickt verloren gen Himmel. „Nicht träumen!“ ruft der Lehrer.
Was spielt sich da eigentlich ab von seiten des Lehrers? Er stellt die Autorität dar, die das Kind zwingt, seine Aufmerksamkeit ausdauernd auf ein abstraktes Denkgebiet zu konzentrieren. Er unterdrückt dabei, soweit er kann, jeden Versuch, sich primitivere Befriedigungen zu verschaffen, unterdrückt sogar das Tagträumen, soweit das möglich ist. Ich will das in die Worte fassen: Der Lehrer als Affektunterdrücker.
Wie steht es nun aber im mündlichen Unterricht? Da wird doch das Kind zu intensiver Mitarbeit herangezogen, und es darf, ja soll sich äußern. Kann man da noch von einer Affektunterdrückerrolle des Lehrers sprechen? Ja! Erstens ist der Stoff weitgehend rationaler und im Vergleich zum Alter des Kindes auch reichlich abstrakter Art. Rechnen, Grammatik, Diktate, Sprachübungen nehmen einen großen Teil der Unterrichtszeit ein. Und wenn nun Lehrer und Schüler in geg