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Der Druckakzent1 ist in den meisten Sprachen ein Mittel der logischen oder affektiven Hervorhebung, der „Betonung“ einzelner Wörter oder Silben: „Du hast nicht erschlagen sondern zerschlagen gesagt.“ In manchen Sprachen ist der Akzent ein wortunterscheidendes Merkmal. Im Englischen bedeutet August (auf der ersten Silbe betont) „August“, august (auf der zweiten Silbe betont) dagegen „erhaben“. Auch im Deutschen unterscheidet man zwischen übersetzen und übersetzen.
Vor allem kann aber der Betonung eine rhythmische Funktion zugeschrieben werden: sie zerteilt den Redefluß in mehr oder minder gleiche Teile und verleiht dadurch der Rede eine gewisse Kadenz, eine Periodizität, die im Vers stilisiert und zum musikalischen Prinzip erhoben wurde.
Die Silbe oder das Wort wird durch die größere Sprechstärke hervorgehoben. Beim stummen Atmen erfolgt die Ausatmung gewöhnlich durch die elastischen Kräfte der Lunge und des Thorax, sie ist daher im wesentlichen passiv. Die Bauchmuskeln und inneren Zwischenrippenmuskeln sind an der Ausatmung nicht beteiligt, was durch eine direkte elektro-physiologische Untersuchung dieser Muskeln bestätigt werden kann2. Beim Sprechen, Stöhnen, Blasen usw. hingegen werden die Bauchmuskeln und inneren Zwischenrippenmuskeln, mehr oder weniger kraftvoll, innerviert. Die Kontraktion der bei der Ausatmung tätigen Muskelgruppen kulminiert in den betonten Silben. Unsere Akzentempfindung beruht auf einer direkten oder indirekten Empfindung dieses erhöhten Kraftaufwands. Selbstverständlich kann der Kraftaufwand nur vom Sprechenden selbst direkt wahrgenommen werden. Wie kann aber die Muskeltätigkeit indirekt empfunden werden?
Jede typische Lautbewegung der Sprechorgane und jede individuelle Abweichung von ihr ist durch ein entsprechendes Lautsignal gekennzeichnet. Auch der Druckakzent spiegelt sich klar in gewissen Eigentümlichkeiten der betonten Lautgruppe. Der größeren Sprechstärke entspricht eine erhöhte Lautstärke und eine längere Lautdauer, sowie eine charak