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Gerade in den letzten Jahren ist in mehreren Ländern die alte Frage, ob Psychotherapie nur von Ärzten oder auch von Nichtärzten durchgeführt werden darf und soll, wieder zum Gegenstand heftiger Diskussionen geworden, wobei sich eigenartigerweise die Vertreter beider Auffassungen lediglich darauf beschränkten, jene Argumente zu gebrauchen, die in gleicher oder ähnlicher Form schon in der von Freud ausgelösten Diskussion aufgetaucht waren; sie ignorierten unter anderem den Umstand, daß durch die Wandlungen der sogenannten Schulpsychologie und das Auftauchen einer neuen Berufsausbildung neuerlich nachgeprüft werden muß, welches die geeignetste akademische Vorbildung für das Spezialstudium der Psychotherapie ist und wer demnach als „Laie“ (wenn dieses affektbeladene Wort schon unbedingt gebraucht werden muß) bezeichnet werden darf.
Die neue Berufsausbildung ist das Studium des klinischen Psychologen. Schon der Name „Klinische Psychologie“ deutet eine Verbindung an, die es in der Zeit, in der Freud seine großen Entdeckungen machte, noch nicht gab. Um die Jahrhundertwende arbeiteten akademische Psychologie und Psychiatrie so getrennt, daß es zwischen ihnen kaum Meinungs- und Wissensaustausch, geschweige denn praktisches Zusammenwirken gab. Aber beide Forschungs- und Arbeitsgebiete schienen gleich weit von der Tiefenpsychologie entfernt, die gleichsam in der Mitte der beiden stand und so, indirekt zwar, aber deshalb nicht minder wirksam, Mittler wurde. Freuds Erkenntnis, daß psychische Prozesse beim neurotischen und psychotischen Geschehen wesentlich beteiligt waren, veranlaßte die Psychiater, den Ablauf psychischer Prozesse genauer zu beobachten und damit Psychologie zu betreiben. Die allgemein psychologischen Erkenntnisse wiederum, die durch die psychoanalytische Arbeit erworben worden waren, zwangen die akademische Psychologie nicht nur zur Einverleibung dieser tiefenpsychologischen Einsichten, sondern auch zur generellen Annäherung an die Psychopathologie, durch deren F