You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Ergebnisse der Verhaltensforschung zeigen, daß nicht nur morphologische Merkmale, sondern auch Bewegungsweisen beim Tier phylogenetisch vergleichbar sind. Der Gesichtspunkt der Homologie überschreitet damit die Grenze der körperlichen Formen und wird für Leistungen des Verhaltens gültig (, nach Lorenz 35, Seite 465).
Die Berechtigung, in den folgenden Ausführungen von tierischem Verhalten schlechthin, ohne Angabe von Art und Gattung, zu reden, leitet sich von dem Umstand ab, daß es der vergleichenden Verhaltensforschung gelang, grundlegende Leistungstypen, elementare „relativ ganzheitsunabhängige“ (35) Bausteine des Verhaltens zu isolieren, darzustellen und zu erklären. Diese bilden, in verschiedener Zusammensetzung und mannigfaltigen Abwandlungen, die Grundlage jedes tierischen Verhaltens und verbinden damit die Stufen der Stammesentwicklung.
Ein Vergleichen elementarer Leistungstypen des tierischen mit denen des menschlichen Verhaltens setzt das Bestehen theoretischer Vorstellungen über das grundlegende Gefüge und die Triebkräfte des menschlichen Verhaltens voraus. Naturgemäß sind nur von induktiver Basis abgeleitete Modelle verwendbar (31). Denn jedes Erfahrungswissen vom gleichen Gegenstand oder aus verwandten Bereichen muß — unter der Voraussetzung, daß Beobachtungen richtig und darauf bauende Erklärungen schlüssig sind — entweder übereinstimmen oder vergleichbar sein. Dementsprechend sind spekulative Wesenslehren vom Menschen und seinem Verhalten, so wertvoll sie auch in vieler Hinsicht sein mögen, für ein Vergleichen unbrauchbar. Wohl aber können Erfahrungen aus allen Bereichen, die es mit dem Menschen zu tun haben, aus der Biologie, der normalen und pathologischen Psychologie, der Gesellschafts- und Kulturlehre in einer Theorie menschlichen Verhaltens einander gegenübergestellt und miteinander verbunden werden. Die Herkunft der Ergebnisse aus der Erfahrung und die kritische Kontrolle ihrer Wege sind wesentlich, nicht die Frage, ob man sie als Ant