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Als Band X der von H. Meng herausgegebenen Buchreihe „Psychohygiene — Wissenschaft und Praxis“ ist ein zweibändiges Lehrbuch der Psychiatrie erschienen. Es ist selbstverständlich, daß unter dieser Patenschaft ein Werk entstand, in dem die tiefenpsychologischen und psychohygienischen Gesichtspunkte breite Berücksichtigung finden. Rein äußerlich zeigt sich das schon in der Tatsache, daß neben H. Meng, der selbst zwei Kapitel über Psychohygiene beigetragen hat, R. Brun in fünf Kapiteln die gesamte Neurosenlehre einschließlich Therapie abhandelt, wobei er sich an sein bekanntestes Buch „Allgemeine Neurosenlehre“ (Benno Schwabe, Basel) eng anlehnt, und G. Benedetti ein eigenes Kapitel über „Die analytische Psychotherapie der Psychosen“ beisteuert. Weitere Mitarbeiter sind H. Krayenbühl, der zusammen mit W. A. Stoll die Psychochirurgie darstellt, und M. Gschwind, welcher die gerichtliche Psychiatrie behandelt. Der Hauptteil, also die gesamte klinische Psychiatrie einschließlich der Kinderpsychiatrie, stammt von H. Hoff, dem Wiener Ordinarius, der auf Grund seines Herkommens und seiner Studien in glücklicher Weise die morphologisch-physiologische (Neuropsychiatrie) mit der psychoanalytischen Richtung (dynamische Psychiatrie) zu vereinen weiß. Höchst fruchtbar kommt z. B. diese Synthese in den Epilepsie-Kapiteln (genauer muß man von Vorlesungen sprechen, in die das Werk nach einem Vorschlag von Meng unterteilt ist) zur Geltung. Das liegt sicher zum Teil daran, daß die neueren, bedeutenden elektrophysiologischen und neurophysiologischen Forschungen über die Temporallappen-Epilepsie gerade auf diesem Gebiet eine gewisse Kenntnis der dem psychischen Geschehen zugeordneten somatischen „Ergänzungsreihen“ gebracht haben. Es darf hier vor allem auf déjàvu-, déjà entendu- und déjà vécu- sowie Depersonalisationserlebnisse verwiesen werden, von denen man heute weiß, daß sie zuweilen elektrophysiologisch greifbare Korrelate haben und daß andererseits „epileptisch präformierte Gehirne“