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In Forschung und Praxis der psychosomatischen Medizin herrscht noch eine weitreichende methodische Unsicherheit. Da es keine die Ganzheit erfassende Methode gibt und wohl auch nie einen Weg geben wird, der zugleich eine ebenso subtile psychologische Beobachtung des Psychischen und eine physiologische des Physischen der Einheit „Mensch“ ermöglicht, liegt die Versuchung nahe, einer der Methoden eine Vorrangstellung zu geben. Die „Psychiker“ werden den affektphysiologisch experimentierenden „Somatikern“ vorwerfen, die Natur des Psychischen im Experiment nur höchst unzureichend, bereits denaturiert und auf den Affekt reduziert zu erfassen. Die „Somatiker“ innerhalb der psychosomatischen Forschungsrichtungen ihrerseits werden den „Psychikern“ vorhalten, die Reichweite des Psychischen in der Pathogenese zu überschätzen oder überhaupt nicht beurteilen zu können, weil sie, die „Psychiker“, die Psychotherapeuten im Lager der Psychosomatischen Medizin, im luftleeren Raum operierten und nichts von der res extensa, vom „Körper“ verstünden.
Eine solche Argumentation bildet nun auch den Ausgangspunkt dieser Monographie, wie schon die Einführung Martinis erkennen läßt: „Zur Erkenntnis des Wesens und des Ausmaßes der psychophysischen Beziehungen wurde bisher schon deshalb nur Beschränktes beigetragen, weil die Bearbeiter fast ausnahmslos einseitig vom ‚Seelischen‘ her die Beziehungen untersuchten.“ In ähnlicher Weise hat sich Martini schon früher geäußert („Über die Ordnung der Medizin“, Studium Generale 1953, Jg. 6, Seite 167), und von Eiff hat sich dieses Argument zu eigen gemacht, indem er eine Äußerung V. von Weizsäckers umkehrt: Die leibseelischen Wechselbeziehungen, so sagt von Eiff, die bei der Ätiologie von Erkrankungen diskutiert werden, seien „vorwiegend von Psychotherapeuten bearbeitet worden, die das für die Forschung in der Medizin notwendige naturwissenschaftliche Denken weitgehend vermissen lassen und zudem die somatische Seite ihrer Beweisführung stark vernachlässige