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Auf Grund sorgfältiger klinischer Studien an einem großen Eigenmaterial und unter kritischer Berücksichtigung der Literatur kommt Verf. zu einigen bemerkenswerten Ergebnissen über die Adipositas. Die wichtigsten seiner statistisch recht gut gesicherten Ansichten sind kurz skizziert folgende:
Die Art der Fettverteilung bei Fettsüchtigen wird nicht von der Ätiologie oder Pathogenese der zugrunde liegenden Krankheit bestimmt, sondern vom Lebensalter, in dem sich eine Adipositas entwickelt. Mit anderen Worten gibt es also nicht den Cushing- oder den Fröhlich-Typ der Fettsucht, sondern die in solchen Fällen als typisch beschriebenen Fettlokalisationen sind Übertreibungen, Exzesse der dem jeweiligen Prädilektionsalter zugeordneten Fettverteilung. Z. B. zeigt ein Cushing, der jenseits des für diese Krankheit gültigen Prädilektionsalters auftritt, die typische seinem Lebensalter entsprechende Fettverteilung und nicht den geläufigen Cushing-Typ. Eine Ausnahme machen die dysplastischen Fettsuchtsformen. Hier macht die Fettverteilung den normalen Fettgestalt-Wandel nicht mit, wobei als Ursache an sekundäre Störung des Endokriniums als Folge frühkindlicher Hirn-Läsionen gedacht wird.
Durch genaue Anamnesen-Erhebung und unter Beachtung neurologischer Mikro-Symptome sowie Heranziehung encephalographischer Befunde konnte Verf. zusammen mit seinen Mitarbeitern ermitteln, daß bei Adipösen in etwa einem Drittel der Fälle cerebrale Abartigkeiten vorliegen, insbesondere im Sinne hirnatrophischer Prozesse. Über 50 % der angefertigten Luftencephalogramme waren eindeutig pathologisch. Weiterhin fanden sich überzeugende Hinweise für die Bedeutung frühkindlicher (einschließlich pränataler) Hirnschädigungen. So hatten von 72 Adipösen 44 eine abnorme Geburt durchgemacht und 22 bei der Geburt eine deutliche Asphyxie aufgewiesen. Bei Kontroll-Untersuchungen an 88 asphyktisch Geborenen fanden sich zudem in 9,6 % Fettsucht und daneben in ca. 24 % Mißbildungen und Wachstumsstörungen im späteren Lebe