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Den Drang zur Massenvernichtung, dieses so verwirrende und beunruhigende Phänomen, versucht Warner an drei Beispielsbereichen zu erhellen: am Falle des auf seine eigene Zerstörung hinarbeitenden Patienten, am Beispiele Satans und an der Person Friedrich Nietzsches.
Aus klinischer Erfahrung ist das von Warner behandelte Phänomen als ‚negative therapeutische Reaktion‘ (Freud), als ‚bösartige Umwandlung‘ (Sullivan) und ähnliches bekannt. Es handelt sich um die wahrscheinlich jedem Therapeuten geläufige Situation, in der der Patient mit ungewöhnlicher Intensität und Ausdauer die verwundbaren Stellen seines Analytikers angreift und die gesamte Behandlung so zu strukturieren versucht, daß sie fast unabwendbar zu seiner Niederlage führt. Es gibt, so schreibt etwa Berman, „hier oft nur einen oder zwei mögliche Ausgänge: entweder der Patient gewinnt, oder der Analytiker, indem er damit zugleich die vollständige Kastration oder Vernichtung des Anderen herbeiführt.“ Eines der besten Kapitel des Buches behandelt die therapeutischen Probleme, die diese Patienten stellen. Warner gibt einen wertvollen Überblick über die Literatur zu diesem Thema, dabei vor allem die Ansichten Karen Horneys, Frieda Fromm-Reichmanns und Sullivans hervorhebend.
Satan, die legendäre Verkörperung des Bösen in der Welt, dient Warner zur weiteren Veranschaulichung einiger genetischer Aspekte dieses Phänomens. Denn nach der dichterischen Überlieferung, von Warner ausgiebig zitiert, sind es in erster Linie Neid und Rachsucht, die Folgen verletzten Liebesstrebens, die Satan, den gefallenen Engel, zur Verherrlichung destruktiver individueller Macht treiben.
Aber der Hauptteil des Buches ist Friedrich Nietzsche gewidmet. Und damit behandelt Warner zweifellos eines der psychologisch interessantesten Phänomene unserer Zeit.
Nietzsche ist für Warner das eindrucksvollste Beispiel eines Menschen, dessen Leben auf die Zerstörung des eigenen und fremden Lebens abgestimmt ist. Um dies zu beweisen, zitiert Warner zahlreic