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Verfasserin machte sorgfältige tagebuchartige Aufzeichnungen über das Verhalten ihrer vierjährigen Tochter vor, während und nach einer Tonsillektomie. Nachdem dem Kind die Notwendigkeit des operativen Eingriffes und dessen Verlauf in allen Einzelheiten ruhig erklärt worden war, beschäftigte es sich in seinen Handlungen viel mit der bevorstehenden Operation. Eine Zeitlang lehnte es jegliches Hantieren mit Gabel und Messer ab und aß nur mit den Fingern, um bald danach wie ein Arzt mit dem Eßbesteck zu hantieren. In dieser Phase war es auch sehr aggressiv gegen die Mutter.
Ruhig sah es dem Tag der Krankenhausaufnahme entgegen, die gemeinsam mit der Mutter erfolgte. Eine erste Angst wurde durch die psychologische Atmosphäre im Krankenhaus schnell überwunden. Dennoch verbrachte das Kind die Nacht vor der Operation unruhig und in Abwehr gegen die bevorstehende Operation. Diese verlief zunächst komplikationslos. Ein nachfolgendes Bluterbrechen beunruhigte das Kind nicht, weil es von dieser Möglichkeit vorher unterrichtet war.
Nach der Entlassung verhielt sich das Kind einige Tage ambivalent zur Mutter, machte ihr Vorwürfe wegen der Operation, suchte zugleich aber ihre Zärtlichkeit. Im Spiel mit Puppen und Spielkameraden beschäftigte es sich nochmals mit dem Operationsvorgang und dem Leben im Krankenhaus. Drei Wochen nach der Operation schien das Kind das „Hospitalisationserlebnis“ überwunden zu haben.
Kommentierend weist Anna Freud auf die Seltenheit und Bedeutung eines objektiv von der Mutter geführten Tagebuches kindlichen Verhaltens hin. Nachdem die Trennungsangst durch die gemeinsame Hospitalisation von Mutter und Kind ausgeschaltet worden war, überwand das Kind die Kastrationsangst in dem Augenblick, als es agierend sich selber in die Rolle des Arztes versetzte, d. h. sich mit dem „Angreifer“ identifizierte und dabei seine Angst auch gegen die Mutter ausspielte. In verständigem und geduldigem Verhalten gelang es der Mutter, Qualität und Quantität der Angst in Grenzen zu