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Der Verfasser versucht „kritisch zu prüfen, ob, zumindest in einem bestimmten Bereich der Realität, dialektische
Strukturen real sind“ (17), ob es also einen Bereich gibt, in dem Dialektik nicht bloße Begriffsdialektik, sondern zugleich Realdialektik ist. Ausgangspunkt ist die Hypothese, daß es einen solchen Bereich gibt und daß dieser der der sogenannten Verwirklichungsweisen des Menschen ist (17). Unter Verwirklichungsweisen des Menschen wird beispielsweise verstanden die Selbstverwirklichung von Menschen in einem ‚Leben der Tat‘ oder der Kontemplation, des Genusses oder des Kampfes usw. — Fälle, bei denen wir typisierend dann von ‚Tatmenschen‘, ‚Genußmenschen‘, ‚soldatischen Menschen‘ usw. zu sprechen pflegen (137). Ferner soll untersucht werden, „ob die dialektische Struktur auch das innere Gesetz der geschichtlichen, oder gar auch der kosmologischen Realität abgibt, wie es das Hegel sche System behauptet, aber nicht haltbar bewiesen hat“ (17).
Hinsichtlich des eingeschlagenen Verfahrens wird die ‚Philosophische Anthropologie‘ angerufen. Und es wird als das Spezifische der Methode der philosophischen Anthropologie betrachtet, eine Art Deskription aus allgemeiner menschlicher Lebenserfahrung zu sein. ‚Allgemeiner‘, das heißt hier: nicht nur aus den privaten Erfahrungen des je Philosophierenden, sondern aus den Erfahrungen, die wir alle gewöhnlich miteinander machen, und aus den vielfältigen Erfahrungen, die sich in Wissenschaft, Philosophie und Dichtung niedergeschlagen haben.
Dialektik in der Geschichte. Im ersten Abschnitt des ersten Teils wird die Frage nach einer realdialektischen Struktur in der Geschichte gestellt. Zu ihrer Beantwortung blickt sich der Verfasser in Hegels Theorie der Geschichte und des Geistes um. Er findet in einem ersten, vorläufigen Ergebnis, daß die Geschichtstheorie Hegels metaphysisch zu stark belastet und unser Wissen von den realen bestimmenden Faktoren in der Geschichte noch immer viel zu geringfügig sei, um zu einer generellen Ver