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In drei Hauptabschnitten wird hier eine systematische Soziologie entworfen. Der erste Abschnitt behandelt die sogenannten „Vorgegebenheiten“. Es ist eine Art anthropologisch-psychologischer Grundlagenlehre, die sich wesentlich auf die psychologischen Vorstellungen von Lersch und Rothacker stützt. Der zweite Hauptabschnitt liefert eine „Gefügelehre“, worunter der Verfasser eine Analyse der Motive, Stimmungen und psychologischen Gestalten versteht, auf denen sich spezifische soziologische Situationen aufbauen. Der letzte, dritte Abschnitt bringt dann eine „Gerüstlehre“, d. h. eine Analyse geschichtlich gegebener Institutionen wie Verbände, Nationen, Klassen, Stände, Berufe usw., die ihrerseits wieder den Charakter zwischenmenschlicher Beziehungen bestimmen.
Das Werk enthält eine Fülle von ungebräuchlichen Begriffsbildungen (Seelenverhaltensbereiche, Seelenverhaltenskreise, Bezeugungszeichen, Verbandungs-gerüste usw.) und zeugt von einer formalisierenden Einteilungsfreudigkeit (68 Paragraphen und ein Mehrfaches an Unterparagraphen). In vieler Hinsicht gehört es in die klassische Tradition der deutschen Soziologie, die vor 30-40 Jahren in Autoren wie Max Weber, Simmel, Tönnies, Sombart und anderen ihre bedeutendsten Vertreter fand. Es scheint jedoch dem Rezensenten, daß das Werk zu selbstgenügsam dieser Tradition verhaftet bleibt. Bei seiner Lektüre könnte man nicht ahnen, daß inzwischen etwa in Amerika die Soziologie einen ungewöhnlichen Aufschwung genommen und neben einer reichen Feldforschung auch mehrere hochdifferenzierte systematische Entwürfe hervorgebracht hat. (Vgl. etwa die Arbeiten von Parsons, Merton, Sorokin und vielen anderen.)
Die Soziologie bedarf der Ergebnisse anderer Wissenschaften. In dem Maße, in dem sich diese Wissenschaften entfalten, kommt es auch in der Soziologie zu neuen dynamischen Entwicklungen, zu neuen Fragestellungen und zu neuen Einsichten. Dieser Tatbestand wird vom Verfasser klar gesehen. In dem vorliegenden Werk spielt etwa die Psycholo