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Das kleine Buch bringt mit dem Untertitel „Somato-Therapie, ein vergessener Heilfaktor“ das Anliegen der Verfasserin zum Ausdruck. Es wird in volkstümlicher Weise ausgeführt, daß die psycho-physische Einheit einer Gesamtpersönlichkeit außer auf psychotherapeutischem Wege auch von somatischer Seite angehbar sei.
Sie berichtet über eine Form von Gymnastik an einem Erfahrungsgut von 2000 Fällen, wobei auf 9 Fälle näher eingegangen wird. Vergleiche mit anderen Methoden werden nicht durchgeführt. Ebenso macht die Verfasserin auch über ihr eigentliches Vorgehen nur wenig konkrete Angaben.
Der „Schüler“ wird aufgefordert, sich ruhig hinzulegen. Indem er sich dabei „erspürt“, soll sich von selbst wieder ein regulierter Atemrhythmus einstellen. Weiter wird dem Schüler beigebracht, eine lotrechte Haltung einzunehmen, was anscheinend in der Hauptsache durch Balanceübungen, wodurch es zu einer Streckung der Wirbelsäule komme, erreicht wird. Der Lernende wird, wenn er erst einmal die Erfahrung einer besseren Haltung oder Atmung gemacht und man in den Übungen bei ihm Verständnis und Interesse erweckt habe, auch langsam diese neue Lebensform als Gewohnheit beibehalten.
Auf Grund der Gedanken, daß „das Verhalten der Menschen in allen Äußerungen zum Ausdruck kommt“ und „ein Körperteil alleine nicht verändert werden kann, sondern jeweils die Änderung des Ganzen mitbedingt“, wird geschildert, wie Menschen zur Erfahrung ihrer Fehlhaltung kommen. Voraussetzung dafür ist, daß der Übende imstande ist, sein Verhalten selbst zu spüren. Eigentliche Neurotiker und organisch Kranke werden daher auch von der Behandlung ausgeschlossen. Die Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf Menschen mit vegetativen Fehlsteuerungen und Haltungsfehlern.
Während es verlockend erscheint, solche Übungen bei sich selbst auszuprobieren — was die Autorin auch anregt —, vermißt man bei den theoretischen Erwägungen jede Kritik. Was die Autorin an persönlichen Erfahrungen über das Atemgeschehen und die Veränderungen de