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Verfasser möchte die klassische Psychopathologie der Psychosen, die er eine „statische Phänomenologie“ oder „Phänomenologie des Gewordenen“ nennt, durch eine „dynamische Phänomenologie, durch eine Phänomenologie der Wandlungen“ ersetzen.
Er will hiermit zum Teil Ludwig Binswanger ergänzen, in dessen Untersuchungen
zwar schon Abwandlungen des Daseins beschrieben werden, der aber noch keine „daseinsanalytische Phänomenologie der Funktion, der Wandlung“ gegeben habe.
Zum anderen möchte Verf. mit seinen Betrachtungen einen Beitrag zur Frage des „So-Seins“ der Psychose leisten, dessen Berücksichtigung in von tiefenpsychologischer Seite mitgeteilten Krankenblättern meist fehle. Er meint damit, die Tiefenpsychologie habe wohl geholfen, die erste der v. Weizsäcker schen Fragen „warum gerade jetzt“ zu lösen, die zweite, „warum gerade dies“ habe sie aber nicht beantworten können.
Hierbei übersieht er allerdings (wie so viele andere Autoren), daß es die analytische Psychologie war, die durch Einführung der Begriffe „Regression“ und „Libidofixierung“ zum Thema der formalen Struktur psychopathologischer Phänomene einen entscheidenden Beitrag lieferte.
Verf. behauptet in diesem Zusammenhang — übrigens, wie man wohl sagen muß, erstaunlicherweise (Ref.) —, daß die dynamische Betrachtungsweise der Psychosen im Jahre 1918 durch E. Kretschmer eingeführt worden sei. Es heißt wörtlich: „Die tiefenpsychologisch orientierten Autoren folgen hier (gemeint ist in ihrem Interesse für eine subtile Beschreibung intrapsychischer Abläufe der inneren Lebensgeschichte, der Entfaltung oder Hemmung triebhafter Impulse, der Entwicklung des Ichs und seiner Auseinandersetzung mit dem Gewissen, der Welt der Triebe und der äußeren Realität) in der grundsätzlichen Denkrichtung, wenn auch mit anderen Formulierungen und Begriffen, den entscheidenden Arbeiten der Tübinger Schule, die in der Zeit zwischen 1910 und 1920 von Gaupp und Kretschmer vorgelegt wurden und die zunächst an schweren paranoiden Psychosen ge