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Nachdem wir jüngst E. Kretschmers Ansichten zur Frage der Schizophrenien hier referierten*, dürfen wir heute auf die „Summe der Erfahrungen“ eines anderen großen Klinikers, des Utrechter Psychiaters Rümke, zum gleichen Problemkreis hinweisen.
R., der eine temperamentvoll vorgetragene und sehr berechtigte Lanze (Ref.) für die genaue Deskription und klinische Differenzierung des psychotischen Geschehens bricht — „wir sind mit unseren mangelhaften Worten fast immer genau ein bißchen daneben“, bekennt er mit souveränem Freimut —, ist von der Realität „nosologischer Entitäten“ im Kräpelin schen Sinne ebenso wie von der grundlegenden Wichtigkeit neuro-anatomischer und physiologischer Bezugssysteme für die Psychiatrie völlig überzeugt.
Wie schon in seinen früheren Aufsätzen betont Verfasser auch jetzt wieder, daß wir des Neurologen H. Jacksons bedeutungsvolle Unterscheidung zwischen negativen und positiven Erscheinungen bzw. Symptomen nicht aus den Augen lassen dürfen, resultiere doch die wissenschaftliche Sprachverwirrung zum großen Teil daher, daß wir zu oft nach positiven Symptomen, d. h. Ausgestaltungen, anstatt nach negativen Symptomen unterteilen.
Die gesamte Gruppe der schizophrenen Psychosen teilt R. in echte und Pseudo-Schizophrenien ein. Die echte Schizophrenie sei zu diagnostizieren, wenn die „essentiellen schizophrenen Symptome“ durch das Katatonische oder Paranoide hindurchscheinen. Dabei gibt R. zu, daß letztlich dieses essentielle Schizophrene das „Praecox-Gefühl“, genauer noch das „Praecox-Erlebnis“ sei. Hilfreich seien noch die verschiedenen Grund- und Primärstörungen, unter denen dem Gefühl der Ausschaltung der eigenen Aktivität das größte Gewicht beizumessen sei.
Unter den Pseudo-Schizophrenien versteht der Verfasser all das, was man hierzulande meistens Randpsychosen nennt, also endogene, atypische, manisch-depressive und degenerative Psychosen und exogen-toxische Bilder, wie sie vor allem durch Pharmaka ausgelöst werden. Ferner die charakterogenen Pseudo-S