You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Einteilung in spastische und atonische Formen (Fleiner) hat sich wie andere Klassifikationen der Obstipationen nach physiologischen Gesichtspunkten als klinisch unbefriedigend herausgestellt (Schindler, Wittkower und Dhawan, v. Bergmann, Hafler), da in der Mehrzahl dyskinetische Mischformen beobachtet werden. Als praktisch wertvoller bezeichnet Hafter eine Einteilung nach der Symptom dauer.
Daß bei der chronischen Obstipation, sofern sie als selbständige Störung und nicht als Folge eines anderen organischen Grundleidens auftritt, seelische Faktoren eine bedeutende Rolle spielen, ist seit der Antike bekannt. Heyer und Almy haben die Verursachung von Obstipation durch psychische Einflüsse experimentell demonstrieren können. Auch schnelle Heilungen chronischer Obstipationen durch Hypnosen (Heyer) oder autosuggestive Entspannungsübungen (Wittkower und Dhawan) belegten die Bedeutung des psychischen Faktors.
Während indessen über die Tatsache weithin Einigkeit herrscht, daß bei der chronischen Obstipation eine psychogene Komponente oft im Spiele ist, so gehen die Meinungen darüber erheblich auseinander, wie dieser psychische Einfluß beschaffen ist. Von der einen Seite werden äußere Dressur- und Gewohnheitsfaktoren in den Vordergrund gerückt. v. Bergmann nennt u. a. folgende Bedingungen: Milieuwechsel, eine Reise, Krankenlager, Abänderungen der Kostform, Mangel an Zeit, „Verhetztheit“. Pathophysiologisch sieht er eine wesentliche Entstehungsursache in dem kulturbedingten Zwang, „trotz Wahrnehmung eines Dranges einen Reflexvorgang das ganze Leben hindurch häufig willkürlich nicht zur Auslösung zu bringen“. Dementsprechend