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Für den Sozialwissenschaftler ist die Erziehung von Kindern in den landwirtschaftlichen Kollektiven in Israel ungefähr das, was für den Naturwissenschaftler ein „Experiment der Natur“ ist. Die noch bestehenden präliterarischen Kulturen sind ebenfalls solche „Experimente der Natur“. Ihr historischer Hintergrund, ihre Sprache und andere zwischen ihnen und uns bestehenden Kommunikationshindernisse bedingen jedoch, daß sie uns nur in begrenztem Maße über das Verhältnis von Trieben, Ich und Umwelt, d. h. über die Beziehung zwischen dem Leben einer Gesellschaft und der Erziehung und Entwicklung der Kinder in ihr, belehren können. Demgegenüber wird die Untersuchung dieser Beziehungen im Kibbutz weder durch die historischen Umstände seiner Entstehung und des Ursprungs seiner Erziehungsmethode noch durch Verständigungsschwierigkeiten behindert. Dennoch wurden bisher erst zwei einschlägige Untersuchungen — von Irvine beziehungsweise Spiro — veröffentlicht. Die Untersuchung von Irvine (5) war zeitlich und thematisch begrenzt und stützte sich stark auf Informationen aus zweiter Hand. Diejenige Spiros (8, 9, 10) bezog sich nur auf einen einzigen Kibbutz und liegt noch nicht als vollständiger Bericht vor. Außer diesen gibt es an einschlägigen Arbeiten: 1. die Beschreibung von Infield (4) und Reifen (7), die weder genau noch gut belegt sind; 2. den Bericht, den der offenbar an Irvines Untersuchungen beteiligte Caplan (1) auf einer Tagung der Macy Foundation gab; er enthält nur einen Teil von Irvines Material und bleibt fragmentarisch und in sich unausgewogen; 3. Kardiners kurze Abhandlung (6), die viele falsche Informationen und Fehlinterpretationen enthält und 4. privat kursierendes Informationsmaterial des kürzlich durch die israelischen Kibbutz-Organisationen gegründeten „Forschungsinstituts für kollektive Erziehung.“ Dieses Material ist zum Teil programmatisch und — verständlicherweise — hie und da apologetisch.
Es ist hier nicht meine Aufgabe, zu kritisieren, zu verteidigen o