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Über die wichtigsten Faktoren, die unser Schicksal beeinflussen, bestehen anscheinend die meisten Vorurteile. Jeder ist gewohnt, in diesen Bereichen festen Meinungen anzuhängen, die selten einer Nachprüfung standhalten.
Wenn dies bei so schwierigen Materien wie der Kernphysik und den Wirtschaftswissenschaften geschieht, so ist das entschuldbar und leicht erklärlich. Unverzeihlich wird es aber dort, wo die Quellen leicht zugänglich sind und allgemein verständlich wären, wie bei der Grundlage unserer heutigen Kenntnis über das Verhalten des Menschen, der Tiefenpsychologie.
In der deutschen Literatur der letzten Jahrzehnte finden sich zahlreiche Arbeiten von „Überwindern“ und „Weiterentwicklern“ der Psychoanalyse, die offenbar durch emotionelle Widerstände, ideologische Vorurteile oder auch mangelnde Fähigkeiten von der Erwerbung auch nur annähernd ausreichender Kenntnisse über ihr Thema abgehalten wurden.
Die psychoanalytischen Arbeiten, die ein Gegengewicht gegen diese vorwiegend philosophisch orientierten Autoren darstellen könnten, kranken andererseits wieder an einer Vernachlässigung der Philosophie und Schulpsychologie unserer Zeit und an einer aggressiven Terminologie, die aus der Geschichte der Psychoanalyse zwar verständlich ist, aber eine allgemeine Akzeptierung erschwert.
Das Buch von Görres ist in dieser Situation aufs wärmste zu begrüßen. Es bringt in einer klaren, manchmal klassisch schönen Diktion eine verständliche Darstellung der Methode und der wesentlichsten psychoanalytischen Theorien mit vielen wertvollen technischen Hinweisen. Diese Sprache und die umfassende philosophische und allgemein-psychologische Bildung des Autors lassen das Thema neuartig und interessant erscheinen. Eine Schilderung der Heilungsvorgänge in der Analyse wird für ein weiteres Buch angekündigt.
Es sei erlaubt, durch einige Zitate eine Vorstellung des eigenartigen Stils zu geben:
„Das Werk Freuds ist nicht überholt, noch ist es überholbar; denn es enthält Elemente, die nicht geeig