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Am 15. Oktober 1955 trafen sich in Sea Island, Georgia, sieben Psychiater und ein Anthropologe, um über die Psychotherapie chronisch schizophrener Patienten zu diskutieren. Man hatte das Treffen sorgfältig geplant und acht zentrale Themen augsewählt. Ein Magnetophonband nahm die Diskussionen auf. Das vorliegende Buch, von Carl Whitaker druckfertig gemacht, gibt die Gespräche fast wörtlich wieder. Es hat die Frische und Unmittelbarkeit eines Sitzungsberichtes.
Die Teilnehmer der Diskussion waren John N. Rosen, der Begründer der direkten Analyse, Carl A. Whitaker und Thomas P. Malone, die Autoren des umstrittenen Buches „The Roots of Psychotherapy“, die Psychiater Malcolm L. Hayward, Donald D. Jackson, J. Edward Tyler, John Warkentin und der Anthropologe Gregory Bateson. In einer ganzen Reihe von Punkten stimmen die Diskussionsteilnehmer nicht überein. Immerhin lassen sich einige, von allen Mitarbeitern geteilte Grundüberzeugungen erkennen. Im Folgenden können hierüber einige Andeutungen gemacht werden.
In der ersten, Probleme der Diagnose und Prognose behandelnden Sitzung wird von allen Teilnehmern anerkannt, daß die bekannten, von Kraepelin und Bleuler erarbeiteten Einteilungskriterien nur wenig über die psychotherapeutische Zugänglichkeit eines bestimmten Patienten aussagen. Statt dessen entwerfen die Autoren versuchsweise eine Liste, die zehn Typen schizophrener Reaktionen mit zunehmend schlechter werdender Prognose enthält. Am Anfang dieser Reihe steht die sogenannte „traumatische Schizophrenie“, d. h. die psychotische Dekompensation angesichts überwältigenden Realitätsdruckes; an deren Ende findet sich die „thanatoide Erscheinungsform“, die durch eine gleichsam biologische Selbstzerstörung gekennzeichnet ist. Daneben werden weitere prognostische Kriterien, wie Alter, „dynamische Formulierung“ und die initiale Gefühlsbeziehung des Therapeuten zum Patienten, herausgestellt.
In der zweiten Sitzung über schizophrene Kommunikationsprobleme erläutert Bateson sehr über