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Verfasser würdigt in seiner im unveränderten Wortlaut abgedruckten Kraepelin-Gedächtnisvorlesung das nosologische Lebenswerk Kraepelins und besonders die Tatsache, daß dieser erstmals die Geisteskrankheiten, die wir heute als endogene Psychosen (Schizophrenie, Zyklothymie) bezeichnen, als selbständige Krankheitsformen abgrenzte. Im weiteren wird der Leser auch mit neueren Erkenntnissen und therapeutischen Erfahrungen aus dem Bereich der endogenen Psychosen bekannt gemacht und darauf hingewiesen, daß trotz aller Ergebnisse der Erbforschung, die die ätiologische Bedeutung eines Erbfaktors beweisen würden, die Grundfragen nach Wesen und Ursache dieser Geisteskrankheiten gegenwärtig noch nicht zu beantworten seien. Man könne daher, wie bei einem delphischen Orakel, hinsichtlich der endogenen Psychosen viele Fragen stellen, erhalte aber jeweils nur dunkle Antworten.
Abschließend sei erwähnt, daß dem Verfasser eine Psychotherapie der Schizophrenie, wie sie Benedetti vertritt, vor allem deshalb fragwürdig erscheint, weil sie die Erkenntnisse der Psychoanalyse berücksichtigt. Letztere aber diskreditiert der Autor, ohne seiner Polemik sachliche Argumente hinzuzufügen.