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Die vorliegende Ausgabe ist gegenüber den bisherigen, 6 Kapitel umfassenden Auflagen um ein 7. Kapitel „Leistungsund Charakterprüfung“ erweitert. Meili geht es in diesem Buch um „die grundlegenden psychologischen Fragen in der Berufsberatung“. Im Verlauf der Abhandlung nimmt der Autor zu der Frage Stellung, welches Gewicht der „Eignung“ (siehe unten), dem Charakter und der Gesamtstruktur der Persönlichkeit des Ratsuchenden in bezug auf den zu wählenden Beruf beizumessen sind. Im folgenden sollen einzelne Gedankengänge des Autors kurz referiert werden.
Kapitel 1, Beruf und Leben: Die heutige Trennung von Berufs- und Privatleben erschwert in den meisten Fällen das Hineinwachsen des jungen Menschen in den Beruf. Aufgabe der Berufsberatung ist es, hier eine Lücke zu füllen, indem sie dem Jugendlichen hilft, den zu ihm passenden Beruf zu finden, in dem er Befriedigung finden kann. Aber nicht der Beruf als solcher „verleiht Befriedigung, sondern er ist immer nur das Material“, an dem der Arbeitende sich und seine Möglichkeiten verwirklichen kann.
Kapitel 2, Beruf nach Maß: Soll der passende Beruf gefunden werden, muß die Gesamtpersönlichkeit erfaßt werden. Zu erwähnen ist hier, wie Meili das Verhältnis von Neigung und Eignung zueinander sieht: die Auswirkungen der Gesamtheit der körperlich-seelischen Faktoren auf die objektive Leistung bestimmen die Eignung, die Auswirkungen der Gesamtheit der körperlich-seelischen Faktoren auf das subjektive Erleben dagegen machen die Neigung aus.
Kapitel 3, Beruf und Charakter: Meili distanziert sich als Berufsberater von der heute oft zu hörenden Behauptung, der Charakter sei für den Berufserfolg von viel größerer Bedeutung als die Fähigkeiten. Dieser Gesichtspunkt, meint Meili, dürfe für den Berufsberater nicht ausschlaggebend sein, denn er verleite zu einer wertenden, statt zu einer helfenden Haltung, wie sie vom Berufsberater zu verlangen ist. Gerade der Schwache beispielsweise oder der Gehemmte bedarf der sorgfältigsten Abklärung sein