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In den letzten Jahren wurden zahlreiche Arbeiten über Probleme der jungen Generation veröffentlicht; die Urteile und Schlußfolgerungen sind bekanntlich derart unterschiedlich, daß wir daraus erneut erkennen, wie falsch alle Verallgemeinerungen über „die heutige Jugend“ wären. Gerade bei Beurteilung des jungen Menschen gilt es vorsichtige und differenzierende Untersuchungen anzustellen.
Die vorliegende Forschung über die junge Arbeiterin — aus einem vorbildlichen Team-Wirken von Soziologen, Psychologen und Pädagogen entstanden — darf als einer der wichtigsten Beiträge zur Jugendforschung bezeichnet werden, weil die Diagnosen sich auf sehr gründliche Erhebungen stützen. Erfahrene Fachleute haben mit Hilfe von Studentinnen und Sozialarbeiterinnen junge Mädchen verschiedenen Alters befragt, die als Ungelernte in den Fabriken tätig sind — mehr noch: sie haben mit ihnen zusammengewohnt und mit ihnen gearbeitet, um Erfahrungen zu sammeln. Die Forschung erstreckte sich auf Betriebe aller Art in Klein-, Mittel- und Großstädten des ganzen Bundesgebietes. Eine Sammlung monographischer Darstellungen gewährt außerdem tiefe Einblicke in die Lebensgeschichte einzelner junger Arbeiterinnen und charakterisiert ihr Milieu sowie ihre Beziehungspersonen. Nach bürgerlichem Vorurteil gehört die ungelernte Fabrikarbeiterin zu einer sozial, bildungsmäßig und moralisch tiefstehenden Menschengruppe. Heute wissen wir — und das Buch bestätigt es wieder —, daß diese jungen Mädchen sich in ihrem Fühlen, Denken und Handeln kaum mehr von anderen Jugendlichen unterscheiden. Aber diese Menschen sind im sozialen Leben besonderen Belastungen ausgesetzt; die Gruppe der jungen Arbeiterinnen ist in ein Spannungsfeld gesellschaftlicher Wertediskrepanzen gestellt. Diese Tatsache erhöht die Aktualität der sozialpsychologischen Untersuchung.
Bedeutet es schon für den männlichen Jugendlichen eine erhebliche Belastung, aus der Welt der Schule ohne entsprechende Vorbereitung in das völlig andersartige Sozialge