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Der durch zahlreiche populäre und weltanschaulich bestimmte Publikationen vor allem außerhalb seines engeren Fachgebietes bekannte Basler Zoologe A. Portmann stellt in „Biologie und Geist“ eine Reihe eigener Aufsätze und Vorträge der Zeit von 1946 bis 1955 zusammen. Das Buch ist allen, die am Wirken Portmanns interessiert sind, sehr willkommen, da die Erstveröffentlichungen z. T. schwer zugänglich sind. — Allen Aufsätzen liegt als Gemeinsames das Bemühen um ein „neues Bild vom Menschen“ zugrunde. „Das Suchen nach der Wesenheit des Menschlichen“ ist nach Ansicht des Verfassers eine neue und besonders wichtige Aufgabe der Biologie. In der biologischen Forschung beständen heute zwei Fronten; an der einen werde mit den Methoden der Chemie und Physik gearbeitet oder werden solche Methoden wenigstens angestrebt, an der anderen, „deren Wirkung zu der ersteren komplementär ist, darf ihr Ziel nicht in der Rückführung auf molekulare und atomare Gesetze gesehen werden“ (Seite 7). Diese Forderung gilt für eine neu zu begründende Gestaltlehre und die Verhaltensforschung. — Die von der üblichen Auffassung stark abweichende Meinung des Autors über den Sinn und die Aufgabe der Wissenschaft ist an den Forderungen zu erkennen, daß der Naturforscher, „der sich den mitmenschlichen Aufgaben nicht entzieht“, auch auf „die notwendige Ernährung der imaginierenden Kräfte“ bedacht sein muß (Seite 171), und daß es zur Aufgabe der Forschung gehört, „die wahre Größe alles Lebendigen“ sichtbar zu machen.
Es wird zunächst die Frage erhoben, ob das Geistige zum Forschungsgebiet der Biologie gehöre. Sie wird bejaht und ausgeführt, daß die Biologie sich mit der „Innerlichkeit“ der Lebewesen zu befassen habe. „Innerlichkeit ist die besondere Seinsweise des Lebendigen, von der wir maximal aus eigenem Erleben wissen und für die wir bei anderen Organismen Zeugnisse vorfinden“ (Seite 13). — Der Biologe soll die „Wesenheit“ eines Tieres zu erfassen versuchen, die sich aus dem Zusammenwirken von Form und Ve