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Von Bertalanffy betont, daß die Gefährlichkeit der menschlichen Aggressivität jenseits der biologischen Ebene liege. Zwar haben aggressive und destruktive Tendenzen der menschlichen Seele den Charakter von Trieben, sind also biologisch verankert. Aber die Destruktivität, zu der der Mensch fähig ist, bezieht ihre eigentliche Kraft nicht aus diesen biologischen Wurzeln, nicht aus der Triebhaftigkeit selbst. Erst innerhalb eines symbolischen Beziehungsrahmens, im Dienste irgendwelcher Ideale oder Ideologien bekommt die menschliche Aggressivität den ihr eigenen grauenhaften Charakter. Verfasser benützt die psychoanalytische Terminologie, um diesen Sachverhalt deutlich zu machen und sagt, daß nicht die triebhaften Primärvorgänge als solche das Ausmaß der dem Menschen eigenen Aggressivität erklären, sondern erst die Beziehung dieser biologischen Kräfte auf die sogenannten Sekundärvorgänge symbolischer Art, womit also beispielsweise Ideologien gemeint sind, in deren Namen dann zerstört und getötet wird. (Wie beispielsweise Inquisition, Französische Revolution, Bolschewismus, Nationalsozialismus usw.)
Das Problem menschlicher Aggression liegt also in der Vermischung biologischer Triebe (z. B. Selbsterhaltung und Arterhaltung) mit symbolischen Komponenten. Interessant ist auch die Feststellung des bedeutenden Biologen, daß der Suicid ein ausschließlich menschliches Phänomen ist.