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Es werden fünf über mehrere Jahre verfolgte Lebensläufe von Jugendlichen geschildert, die aus einem größeren Krankenmaterial sogenannter „Praeschizophrener Zustände“ als besonders typische ausgesucht wurden.
Es ergibt sich dabei ein relativ einheitliches Bild dieser Verhaltensstörung: Alle Jugendlichen weisen „schizoide Charakterzüge“ auf: sie wirken in einer Mischung von Infantilität und Reife bei fehlender Affektivität und erheblicher Kontaktgestörtheit autistisch verschroben. Bei meist normaler, oft eher überdurchschnittlicher Intelligenz, aber mangelndem Realitätssinn führt die Unfähigkeit zu sozialer Anpassung früh zu Schulschwierigkeiten, später zu ungeregelter Berufsausbildung oder häufigem Wechsel des Arbeitsplatzes. Das Fehlen tieferer Affekte und die Kontaktschwäche fördern die Verwahrlosungstendenzen solcher Jugendlichen, das heißt Unaufrichtigkeit, Diebstähle, Vagabundieren und bei Mädchen Prostitution.
Die Schwere dieser Verhaltensstörung, die sich auch bei den sonst wenig auffälligen Fällen bis weit in die Kindheit zurückverfolgen läßt, unterscheidet dieses Krankheitsbild von einfachen Pubertätskrisen. Bei allen Patienten ließen sich schwerwiegende frühkindliche Traumen, insbesondere im Mutter/Kind-Verhältnis nachweisen, wobei die Mutter wiederholt als bizarr, gefühlskalt, affektverarmt geschildert wird. Andere Kinder waren in Heimen oder Pflegefamilien herangewachsen.
Es liegt nahe, in dieser charakteristischen Verhaltensstörung eine Vorstufe der Schizophrenie zu vermuten. Asperger wie auch Stern setzen sich differential-diagnostisch mit der Schizophrenie ausführlich auseinander, kommen aber beide zu dem Schluß, daß derartige Kinder und Jugendliche später nur selten manifest schizophren erkranken. Vielmehr behaupten sie sich dank ihrer Intelligenz meist im praktischen Leben, wenn sie auch oft nur zu verschrobener, kontaktgestörter, neurotischer Lebensführung fähig sind. Während der Verfasser mit Elektroschockbehandlungen keine Erfolge sah, wurden einzeln