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1949 war die Psychosomatische Medizin in Wiesbaden auf dem Internisten-kongreß zum ersten Mal Diskussionsthema, und dieses Ereignis schien eine wichtige Station auf ihrem Entwicklungsweg innerhalb der deutschen Medizin zu markieren. Die Zeitumstände hatten eine bedeutende emotionelle Auflockerung bewirkt, wir waren offen für neue Ansätze und bereit zur Überprüfung emotionell beeinflußter Urteile. Namhafte Vertreter der Medizin formulierten ihre Auffassungen, du pro und contra der verschiedenen Positionen gegenüber der psychosomatischen Medizin wurde deutlich, und es hatte den Anschein, als sei eine Phase fruchtbaren Gedanken- und Erfahrungsaustausches eingeleitet. Was ist aus diesem Beginn geworden? Ärztliches Handeln aus psychosomatischem Wissen ist in eserer Medizin vorerst randständig geblieben, obwohl sich unsere Erfahrungen seither vertieft und unsere zweifellos noch fragmentarischen Erkenntnisse gemehrt haben. Von dieser Tatsache ausgehend, seien einigen Fragen des Widerstandes gegen die psychosomatische Behandlung erörtert.
Abwehrtendenzen wie auch real praktizierter Widerstand treten aus drei verschiedenen Richtungen deutlich hervor. Sie werden erfahrbar in der Auseinandersetzung innerhalb der medizinischen Wissenschaft als solcher, soweit diese in der Literatur ihren Niederschlag findet. Andererseits begegnet uns der Widerstand im Alltag der ärztlichen Praxis, und zwar im wesentlichen in doppeltem Aspekt: einmal ausgehend von den Ärzten, die Kranke in psychosomatische Behandlung überweisen, also dann, wenn sie über die Indikationsstellung sich schlüssig werden müssen. Zum andern aber erfahren wir die Abwehr in verschiedensten Variationsmöglichkeiten bei unseren Patienten, die zu einer psychosomatischen Therapie geschickt werden. Nicht zu vergessen sind die Widerstände, die von den Krankenkassen, den Arbeitgebern und der Familie ausgehen, also von Institutionen oder Gruppen, die bewußt oder unbewußt mit den wirksamen Idealbildungen der Sozietät identifiziert