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An Publikationen, welche das Arzt-Patient-Verhältnis zum Thema haben, ist heute kein Mangel. Der feiertäglichen, standespolitisch orientierten Reden, welche vom Ethos über das Materielle zurück zum Ethos gehen, sei hier nur deshalb schmerzlich-ironisch gedacht, weil sie Symptomwert für die soziologische und geistige Situation zu haben scheinen. Menschliche Haltungen — die spezifisch ärztliche wird heute zumeist als verloren beklagt — sind geprägt durch ein Insgesamt von soziologischen und kulturell-geistigen Faktoren — durch Tradition. Tradition läßt sich jedoch weder durch gutgemeinte Rhetorik noch durch literarische Beschwörung schaffen; sie kommt und sie wächst, und dieser Vorgang läßt sich nur begrenzt beschleunigen.
Wesentlich erscheint uns jedoch in einer solchen Übergangszeit ein Buch, das versucht, die Nahtstellen der sozial-kulturellen Situation und der „sozialen Medizin“ als einer notwendigen Folge dieser Situation aufzuzeigen. Der Verfasser wählte für seine Untersuchung einen historischen Ausgangspunkt — und zwar den methodischen Gegensatz von „Erkennen — Erklären“ und „Verstehen“.