You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Berta und Theodor Valentiner, Leiter des Institutes, und ihre Mitarbeiter bringen zahlreiche Falldarstellungen, in denen sie auf die körperlich-seelisch kranken, geistig-gehemmten, erzieherisch vernachlässigten und an körperlichen Defekten leidenden Kinder eingehen. In einer wohl etwas verein-fachenden Gliederung wird bei all diesen sogenannten Problemkindern, die etwa 20% der im Institut begutachteten Kinder ausmachten, die Ursache ihres Versagens auf eine der drei Möglichkeiten einer vernachlässigenden, überfordernden oder verzärtelnden Erziehung zurückgeführt.
Berichte aus der kinderärztlichen Praxis (Noltenius), der Sonderschule (Schütte) und des Milieus der Berufsausbildung (Pfadt und Dombrowsky) zeigen den weiten Rahmen, in dem man es mit Problemkindern und -jugendlichen zu tun hat. Die interessante Mitteilung über die Erfindung und Anwendung eines Apparates zur Sichtbarmachung des Lautbildes der menschlichen Sprache im Taubstummen - Unterricht (Grandjot, Köster und Blaum) zeigt, wie technische Fortschritte wesentlich auch zur Behebung seelischer Nöte einzelner Problemkinder beitragen können.
In einem abschließenden Referat über die Entwicklung von Willenseigenschaften beim Jugendlichen sieht Valentiner in der Anregung zu selbständigem Handeln, nicht aber im Zwang oder Nachgeben, die beste Entfaltungsmöglichkeit der Persönlichkeit.
G. Biermann (München)