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Heute wird häufig über die Subjekt-Objekt-Spaltung und ihre Überwindung gesprochen. Die Arbeit Balints ist darum hochaktuell. Er verfolgt zunächst die junge Geschichte der Begriffe Subjekt und Objekt im abendländischen Denken. Die griechischen Bezeichnungen τò ύπoxϵíμϵνoν und τò πϱoxϵíμϵνoν oder τò άντixϵíμϵνoν bedeuten wörtlich das, was darunterliegt, bzw. das, was entgegenliegt. Die meisten europäischen Sprachen übernahmen die entsprechenden lateinischen Übersetzungen („liegen“ im Griechischen ist durch „werfen“ im Lateinischen übersetzt) Subjekt und Objekt mit Ausnahme des Deutschen und des Ungarischen, diese beiden Sprachen bildeten für Objekt die Worte Gegenstand und tárgy (= Zielscheibe). Objekt scheint also zwei miteinander zusammenhängende Bedeutungen zu haben: Ziel und Gegenstand im Sinne eines Hindernisses. In „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ spricht Freud vom Objekt als einem den Trieb anziehenden Gegenstand der „äußeren“ Welt, der gewöhnlich an einer Person oder am eigenen Körper wahrgenommen wird. Balint befaßt sich zunächst mit dem Objekt als Hindernis, mit dem widerständigen Charakter, den die Objekte für das menschliche Erleben haben. Auf Grund dieser Erfahrung bildete sich ein atomistisch-mechanistisches Weltbild, das zum Teil durch Projektion zustande kam: Wir konzipierten die Objekte so, wie wir uns selbst zu sehen wünschten oder auch wirklich sahen: fest, unveränderlich, unzerstörbar — ewig. Gase haben diesen widerständigen Objektcharakter nicht. Erst ein späteres Denken subsumierte auch den flüssigen und gasförmigen Zustand der Materie unter den Begriff des Objektes, bzw. unter die Begriffe Substrat, Substanz und Materie. Das, was darunter ausgebreitet ist bzw. darunter steht, Substrat und Substanz, ist das Wesentliche, Dauerhafte im Unterschied zum Akzidentellen an einem Gegenstand. Die Etymologie des Wortes „Materie“ verweist auf die indogermanische Wurzel für „Mutter“. Diese Einleitung führt den Autor zum ersten Problem. Die äußere Welt