You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Leserkreis dieser Zeitschrift setzt sich aus sehr heterogenen Elementen zusammen. So mag es auf den ersten Blick befremden, wenn der Berufsausbildung einer im deutschen Sprachraum doch zahlenmäßig sehr kleinen Gruppe, der Psychoanalytiker der Freud schen Richtung, eine so ausführliche Arbeit gewidmet wird. Deshalb sei zunächst daran erinnert, daß unsere Zeitschrift seit ihrem Bestehen sich für alle mit der Berufsausbildung zusammenhängenden Fragen besonders interessiert hat. Wesentlicher ist aber folgender Umstand: mag auch prozentual die Zahl derer, die sich der “großen Analyse” widmen gering sein, so hat sich doch immer wieder gezeigt, daß gerade bei dieser minutiösen “mikropsychologischen” Arbeitsweise bestimmte Phänomene erkennbar und der Forschung zugänglich werden, die bei den anderen Formen der Psychotherapie und erst recht der sonstigen ärztlichen Tätigkeit verborgen bleiben (obwohl sie auch dort, wenn auch unsichtbar, ihren mehr oder minder starken Einfluß in förderndem oder schädigendem Sinn ausüben).
Diese Erfahrung trifft auch auf die im nachfolgenden Beitrag erörterten Ausbildungsprobleme zu. Die freimütige Art, in der die mit ihnen verbunden, bisher aber meist übersehenen Schwierigkeiten dargelegt werden, wie ihren geheimen Ursachen nachgegangen wird, und die Vorschläge, die zu ihrer Behebung gemacht werden, dürften auch dem deutschsprachigen Leser zeigen, wie ernsthaft man in der übrigen Welt zur Zeit die der Berufsausbildung inhärenten Unzulänglichkeiten und Gefahren diskutiert, vor allem aber, daß die bei ihrer schonungslosen Analyse aufgedeckten, weitgehend überraschenden Sachverhalte für jede Form von psychotherapeutischer und z. T. auch sonstiger ärztlicher Berufsausbildung von Bedeutung sind.